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Motorsport:Ein paar Tage Vorbereitung

Stefan Bradl

Wieder unterwegs: Motorradfahrer Stefan Bradl.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Stefan Bradl aus Zahling startet am Sachsenring beim MotoGP.

Die Nachricht, dass er beim MotoGP auf dem Sachsenring am Wochenende für das Honda-Werksteam an den Start gehen wird, erfuhr Stefan Bradl aus Zahling im Landkreis Aichach-Friedberg erst vor wenigen Tagen. Seither dreht sich bei dem 29-Jährigen alles um sein Heimrennen: "Das ist super aufregend für mich. Ich hatte jetzt ja nur ein paar Tage Zeit, mich auf das Rennen vorzubereiten. Aber die Vorfreude ist riesengroß." Sein Einsatz kommt immerhin nicht ansatzweise so plötzlich wie im vergangenen Sommer, als er beim Großen Preis von Deutschland mehr oder weniger unvorbereitet loslegen musste. Eigentlich sollte Bradl damals an der Strecke den TV-Experten geben, wie auch diesmal. Der Moto2-Champion von 2011 wird im Honda-Werksteam den Platz an der Seite des Weltmeisterschafts-Spitzenreiters Marc Márquez einnehmen. Bradl ersetzt den 32-jährigen dreimaligen MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo aus Spanien, der sich bei einem Trainingssturz beim vergangenen Rennen im niederländischen Assen einen Wirbelbruch zugezogen hat und vermutlich länger ausfallen wird.

"Mein Start ist leider durch einen negativen Aspekt zustande gekommen. Ich wünsche Jorge gute Besserung", sagte Bradl (im Bild), der in dieser Saison bisher nur ein Rennen bestritten hat und dabei in Jerez Anfang Mai Zehnter wurde. "Dass ich erst ein Rennen in dieser Saison gefahren bin, ist natürlich ein Nachteil. Die anderen sind alle im Rennrhythmus, mir fehlt ein wenig die Routine. Aber ich habe nichts zu verlieren", zeigt sich Bradl angriffslustig. "Ein Platz in den Top Ten wäre ein Traum."

Bradl freut sich vor allem auf die deutschen Fans: "Die werden auf den voll besetzen Rängen für eine tolle Stimmung und Atmosphäre sorgen. Ich bin auf dem Sachsenring bisher immer ganz gut zurechtgekommen. Aber der Kurs ist schon sehr speziell. Die linke Seite von Mensch und Material wird extrem belastet."

Rund 200 000 Anhänger werden am Sachsenring erwartet. Bei dem alljährlichen Höhepunkt können sie von Freitag bis Sonntag auch fünf deutsche Fahrer verfolgen. Allerdings musste Philipp Öttl seine Teilnahme am Moto2-Rennen kurzfristig absagen, weil er nach einem Sturz in Barcelona vor drei Wochen noch nicht fit ist, wie das Tech-3-Team am Donnerstag mitteilte. Nach Öttls Absage bilden Marcel Schrötter, Jonas Folger und Lukas Tulovic ein Trio der deutschen Hoffnungsträger im Moto2-Rennen.

In Dirk Geiger gibt es beim Deutschland-Grand-Prix auch einen Teilnehmer in der Moto3-WM, die in diesem Jahr bisher ohne deutsche Beteiligung stattfand. Der Wildcard-Starter Geiger bestreitet sein erstes WM-Wochenende und stellt sich einer großen Herausforderung. Mit einem ihm unbekannten Motorrad muss sich der junge Mannheimer mit den besten Nachwuchstalenten der Welt messen. Im Rahmenprogramm der bekannten drei WM-Klassen startet am Wochenende die MotoE in ihre Debütsaison - allerdings ohne deutsche Beteiligung. Insgesamt treten 18 Fahrer mit den elektrisch angetriebenen Einheitsmaschinen an.