MotoGP Strafe kostet Rossi den WM-Titel

Valentino Rossi: Folgenreich bestraft

(Foto: AP)

Der Motorradfahrer holt beim entscheidenden Rennen viel auf - doch am Ende ist Jorge Lorenzo neuer Weltmeister. Philipp Köster surft zum WM-Titel, Karim Bellarabi droht für die anstehenden Länderspiele auszufallen.

Der Traum vom zehnten Weltmeistertitel ist für Motorrad-Superstar Valentino Rossi geplatzt. Beim Saisonfinale in Valencia fuhr der auf den letzten Startplatz strafversetzte Italiener in der MotoGP bis auf Position vier vor, musste seinem Yamaha-Teamkollegen Jorge Lorenzo aber im WM-Rennen den Vortritt lassen. Der Spanier gewann vor seiner Heimkulisse und zog im Klassement mit 330 Punkten noch an Rossi (325) vorbei. Rossi (36) war nach dem Großen Preis von Malaysia bestraft worden, da er Marc Márquez (22) mit einer rücksichtslosen Aktion abgedrängt hatte. Der Spanier stürzte und musste aufgeben. Der vom Gegner entnervte Rossi hatte offenbar gegen die Honda des Weltmeisters der vergangenen beiden Jahre getreten. Der vor Wochen entthronte Márquez wurde in Valencia Zweiter hinter Lorenzo (28), der seinen dritten MotoGP- und insgesamt fünften WM-Titel feierte. Platz drei ging an Dani Pedrosa (Spanien/Honda). Rossi, zuletzt 2009 Weltmeister, arbeitete sich zunächst schnell durch das Feld. Schon nach wenigen Kurven hatte sich der "Doctor" um neun Positionen bis auf Rang 16 vorgeschoben, recht zügig ging es bei der Aufholjagd in den folgenden Runden bis auf den vierten Platz nach vorn. An Pedrosa kam Rossi aber nicht mehr heran, für den Titelgewinn hätte er Zweiter werden müssen.

Surfen, WM: Windsurfer Philip Köster ist zum dritten Mal nach 2011 und 2012 Weltmeister der Wellenreiter. Der Deutsche konnte sich beim Saisonfinale vor Maui auf Hawaii trotz frühen Ausscheidens gegen seinen spanischen Rivalen Victor Fernandez Lopez durchsetzen, der als Sechster am Titel vorbeisurfte. Der auf Gran Canaria als Sohn Hamburger Eltern aufgewachsene Köster feierte seinen dritten WM-Erfolg nach zwei schwächeren und von gesundheitlichen Problemen überschatteten Jahren. "Für mich ist es der wichtigste Titel", sagte Köster, "der erste war unfassbar, der zweite besonders, weil ich ihn vor Sylt zuhause sichern konnte. Doch dieser hier beendet eine Durststrecke und fühlt sich auch deshalb so gut an."

Wie sein Vorbild Robby Naish hatte Köster den Windsurf-Sport bereits im Alter von acht Jahren kennen- und liebengelernt. In Vargas auf Gran Canaria wuchs Köster keine 100 Meter vom Strand entfernt auf. Naish sagte nach Kösters WM-Triumph: "Philipp ist eines der größten Surftalente der Welt. Keiner springt so grandios wie er." "Die ersten Tricks habe ich von meinen Eltern gelernt", erzählt Köster, dessen Vater Rolf und Mutter Linda auf der kanarischen Insel eine Surfschule gegründet hatten. Auch nach dem dritten Titel ist "Windsurf-Wunderkind" Köster, der sich im Alter von 14 Jahren zur Profikarriere entschieden hatte, bescheiden geblieben: "Ich bin doch einfach nur ein Sportler, der seinen Sport liebt." Der 90 Kilogramm schwere Athlet gilt als sprunggewaltigster Windsurfer seiner Generation. Nächstes Ziel Kösters ist es, den Dreifachsalto vorwärts zu stehen.

DFB, Länderspiele: Bundestrainer Joachim Löw muss für den letzten Länderspiel-Doppelpack des Jahres um den Einsatz von Karim Bellarabi bangen. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen droht wegen muskulärer Probleme für die beiden Härtetests bei EM-Gastgeber Frankreich in Paris am 13. November (21.00 Uhr/Liveticker SZ.de) sowie vier Tage später gegen die Niederlande in Hannover auszufallen. Der 25-Jährige musste bei der 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln erneut wegen einer Oberschenkelblessur zur Pause ausgewechselt werden. Bereits am Mittwoch zuvor war Bellarabi in der Champions League bei AS Rom (2:3) zunächst in der 46. Minute eingewechselt und dann kurz darauf wegen muskulärer Probleme wieder aus dem Spiel genommen worden. "Ob er zur Nationalmannschaft reist, weiß ich nicht. Wie ich Jogi kenne, wird er nur fitte Spieler einsetzen", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler. Am Sonntag sollte Bellarabi noch einmal gründlich untersucht werden. Die Nationalmannschaft trifft sich zur Vorbereitung auf den Jahresabschluss am Montag in München.

Eishockey, Deutschland-Cup: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich beim 26. Deutschland-Cup die Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung erhalten. In ihrem zweiten Turnierspiel setzte sich die Auswahl von Marco Sturm nach einer überzeugenden Leistung mit 4:2 (2:0, 2:0, 0:2) gegen die Slowakei durch und brachte dem neuen Bundestrainer seinen ersten Sieg.

Am Sonntag könnte das DEB-Team mit einem Erfolg gegen die USA (16.45 Uhr/Sport1) zum insgesamt siebten Mal das Heimturnier für sich entscheiden, muss aber auf einen vorherigen Ausrutscher der Schweiz gegen die Slowakei (13.00 Uhr) hoffen. Die Schweizer wären bei einem Sieg nach 60 Minuten mit dann sieben Punkten nicht mehr einzuholen, nachdem sie am Samstag mit 4:5 nach Verlängerung gegen die USA verloren.

Vor 4739 Zuschauern im Augsburger Curt-Frenzel-Eisstadion startete Sturms Team furios. Schon nach 53 Sekunden erzielte der Iserlohner Brooks Macek die Führung. Für den Deutsch-Kanadier war es das erste Länderspieltor im zweiten Einsatz. In der 14. Minute erhöhte der Nürnberger Yasin Ehliz in Überzahl auf 2:0. Benedikt Kohl (25.) erhöhte im Mitteldrittel, wenig später gelang Gogulla (29.) bereits sein zweites Tor in der jungen Ära Sturm, der 28-Jährige hatte auch am Freitag bei der Premiere des früheren NHL-Stars gegen die Schweiz (2:3) getroffen. Im Schlussabschnitt verkürzten Martin Bakos (42.) und Martin Reway (58.) für den Weltmeister von 2002.

Tennis, ATP-Masters in Paris: Der Weltranglistenerste Novak Djokovic greift beim letzten ATP-Masters der Saison nach seinem 58. Titel auf der Profitour. Der 28 Jahre alte Serbe setzte sich im Halbfinale im Pariser Palais Omnisports mit 6:3, 3:6, 6:0 gegen French-Open-Champion Stan Wawrinka aus der Schweiz durch. Im Endspiel trifft der topgesetzte Titelverteidiger, der nach 29 gewonnenen Sätzen in Serie erstmals einen abgab, auf den Schotten Andy Murray, der David Ferrer aus Spanien mit 6:4, 6:3 ausschaltete.

Murray, der seinen 36. Titel anpeilt, wird ebenso wie Djokovic in der kommenden Woche beim ATP-Saisonfinale (15. bis 22. November) in seiner Wahlheimat London an den Start gehen, sein Augenmerk liegt jedoch auf dem Davis-Cup-Finale im belgischen Gent. Der Wimbledonsieger von 2013 trainierte bereits auf Sand, um sich auf die Partie vom 27. bis 29. November vorzubereiten. Großbritannien steht erstmals seit 1978 im Finale um die "hässlichste Salatschüssel der Welt", der letzte britische Triumph in dem traditionsreichen Mannschaftswettbewerb liegt 79 Jahre zurück.

Basketball, Bundesliga: Das Überraschungsteam der MHP Riesen Ludwigsburg hat die Krise von ratiopharm Ulm in der Basketball Bundesliga weiter verschärft. Die Ludwigsburger gewannen am Samstag auswärts in letzter Sekunde mit 71:69 und feierten den sechsten Sieg im siebten Saisonspiel. Die Ulmer kassierten hingegen die vierte Niederlage in Serie und sind derzeit weit von den angestrebten Playoffplätzen entfernt.

Für das Heimteam vergab DeAndre Kane die mögliche Entscheidung sechs Sekunde vor Ende, stattdessen traf Tekele Cotton mit der Schlusssirene per Korbleger zum Sieg. Mustafa Shakur war mit 15 Punkten bester Ludwigsburger Werfer. Die s. Oliver Baskets aus Würzburg setzten ebenfalls ihre starke Serie fort und bezwangen medi Bayreuth souverän mit 79:60. Aufsteiger Würzburg liegt mit fünf Siegen und nur einer Niederlage wie auch Ludwigsburg aktuell auf Playoffkurs. Der Tabellenletzte Mitteldeutscher BC wartet nach dem 87:93 gegen die EWE Baskets Oldenburg als einziges Team weiter auf den ersten Saisonerfolg.