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Leichtathletik:Fünf russische Funktionäre gesperrt

Die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics (WA) hat fünf ehemalige Funktionäre des russischen Verbandes Rusaf, darunter den früheren Präsisidenten Dmitrij Schljachtin, wegen Anti-Doping-Verstößen mit vierjährigen Sperren belegt. Die Kommission sah es als erwiesen an, dass das Quintett 2018 an einer konspirativen Aktion beteiligt war, um den Hochspringer Danil Lyssenko vor einer Dopingsperre zu bewahren.

Der ehemalige Hallen-Weltmeister und WM-Silbermedaillengewinner hatte innerhalb von zwölf Monaten dreimal gegen Melderichtlinien verstoßen. Die Funktionäre hatten 2018 nach dem dritten Vergehen, das eine Sperre nach sich gezogen hätte, erklärt, der Athlet sei in einen Autounfall verwickelt gewesen und habe daher nicht angetroffen werden können. Auch wurden nach Ansicht der Integritäts-Kommission gefälschte medizinische Dokumente vorgelegt. Das Verhalten von Hochspringer Lyssenko und seines damaligen Trainer Jewgeni Sagorulko wird ebenfalls untersucht; das Verfahren gegen sie läuft noch.

Die Ermittlungen der AIU hatten im November 2019 begonnen und dauern nunmehr seit 15 Monaten an. "Dies sind sehr wichtige Entscheidungen für die Leichtathletik", sagte der AIU-Vorsitzende David Howman am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Unsere Arbeit, dieses konspirative und betrügerische Verhalten aufzudecken, zeigt, dass die AIU ihre Rolle erfüllt, um Betrüger zur Rechenschaft zu ziehen, unabhängig von ihrer Position oder Stellung." Der russische Verband Rusaf ist als Folge des großen russischen Staatsdopingskandals seit mehr als fünf Jahren gesperrt, russische Leichtathleten dürfen nur als neutrale Athleten an internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

© SZ vom 18.02.2021 / sid, SZ
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