bedeckt München 26°

Kanu-WM in Mailand:Erst Gold, dann Heiratsantrag

Deutschlands Kanuten überzeugen mit Medaillen und Herz. Deutschlands Basketballer beklagen den nächsten EM-Ausfall. Leverkusens Zugang Charles Aránguiz reißt sich die Achillessehne.

Kanu, WM in Mailand: Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel hat seinen Titel bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Mailand erfolgreich verteidigt. Der 27 Jahre alte Europameister aus Potsdam setzte sich auf seiner 1000-Meter-Paradestrecke dank eines starken Schlussspurts noch mit 17 Tausendstelsekunden Vorsprung hauchdünn vor dem Tschechen Martin Fuksa durch und sicherte dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) damit auch einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Rio. Gold holten auch Max Rendschmidt und Marcus Groß 1000 Meter. Die Europameister aus Essen und Berlin setzten sich vor den Australiern Kenny Wallace/Lachlan Tame durch. Rendschmidt/Groß hatten schon bei der Heim-WM vor zwei Jahren in Duisburg den Titel geholt.

Groß machte nach dem Erolg seiner langjährigen Freundin Kathi einen Heiratsantrag. "Das war eine Kurzschlussreaktion. Ich hatte den Ring zwar eingesteckt, den hatte ich aber schon öfter dabei", sagte der Berliner, der den Antrag unmittelbar nach der Siegerehrung machte. Kathi sagte "Ja", einen Hochzeitstermin gibt es aber noch nicht. Ende Februar erwartet das Paar das erste Kind. Vor dem Antrag fragte Groß seinen Essener Partner Rendschmidt noch nach seiner Meinung, dieser gab sein "Okay", obwohl "ich mit ihm fast mehr Zeit verbringe als sie".

Basketball, EM: Die Nationalmannschaft muss ohne Maik Zirbes auskommen. Der Center von Roter Stern Belgrad hat sich am Freitag im Länderspiel gegen Lettland in Hamburg (85:80) eine Bänderverletzung im Knöchel zugezogen und kann nicht auflaufen. Dies gab der Deutsche Basketball Bund (DBB) bekannt. Zirbes war beim Supercup im Auftaktspiel früh umgeknickt und in die Kabine gehumpelt. Später am Abend erhielt der DBB die bittere Diagnose. "Maiks Ausfall ist natürlich ein herber Verlust für uns. Er hat uns eine Menge Stabilität gegeben. Die Situation ist sehr enttäuschend, weil er so gut gespielt hat und uns sehr fehlen wird", sagte Bundestrainer Chris Fleming. Zirbes ist nicht der erste Ausfall für die EuroBasket mit der Heimvorrunde in Berlin. Per Günther (ratiopharm Ulm) hatte frühzeitig wegen seiner Verletzungsprobleme in der abgelaufenen Bundesliga-Saison abgesagt, Elias Harris und Daniel Theis vom deutschen Meister Brose Baskets Bamberg wurden nach Operationen nicht schnell genug fit.

Formel 1, Großer Preis von Belgien: Trotz eines Reifenschadens hat Nico Rosberg im Freitagstraining zum Formel-1-Grand-Prix von Belgien die Bestzeit aufgestellt. Der 30-Jährige verwies seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton in Spa-Francorchamps auf den zweiten Rang. Rund 25 Minuten vor Ende der zweiten Übungseinheit musste Rosberg aber seinen Silberpfeil vorzeitig abstellen, nachdem sich der rechte Hinterreifen plötzlich bei 306 km/h abgelöst hatte. "Ich fuhr Höchstgeschwindigkeit, das war also nicht gut", sagte Rosberg der BBC. Mercedes-Technikchef Paddy Lowe reagierte völlig verwundert: "So etwas habe ich noch nie gesehen." Reifenlieferant Pirelli kündigte umgehend Aufklärung an. "Wir untersuchen genau, was mit dem Reifen passiert ist", schrieben die Italiener bei Twitter. Dritter wurde Vorjahressieger Daniel Ricciardo im Red Bull. Force-India-Mann Nico Hülkenberg landete auf Position sechs. Sebastian Vettel wurde im Ferrari nur Zehnter.

Bayer Leverkusen: Bayer Leverkusen muss monatelang auf Neuzugang Charles Aránguiz verzichten. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler habe sich im Training des Werksklubs einen Achillessehnenriss zugezogen, berichtete zuerst die chilenische Zeitung La Tercera. Der Verein hat die Verletzung mittlerweile bestätigt. Bei der Pressekonferenz vor dem bevorstehenden Bundesligaspiel bei Hannover 96 hatte Trainer Roger Schmidt am Donnerstag den Neuzugang ausdrücklich nach den ersten Trainingseindrücken gelobt, allerdings den Zeitpunkt von dessen Debüt im Bayer-Trikot offen gelassen. Aránguiz war erst am vergangenen Freitag in Leverkusen vorgestellt worden. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2020. Bayer soll für ihn etwa 13 Millionen Euro an den brasilianischen Spitzenclub Internacional Porto Alegre überwiesen haben.

VfL Osnabrück: Der Feuerzeugwerfer vom DFB-Pokalspiel VfL Osnabrück gegen RB Leipzig ist ermittelt. Es handelt sich dabei um einen jungen Mann im Alter zwischen 18 und 21 Jahren aus Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Das teilten die Polizei und Staatsanwaltschaft Osnabrück am Freitag mit. Zuvor hatte es eine Hausdurchsuchung bei dem Mann gegeben, der die Tat einräumte. Gegen ihn läuft nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Dabei könnte noch das Jugendstrafrecht angewandt werden. Ob auch der VfL zivilrechtlich gegen ihn vorgeht, war am Freitagmittag noch nicht entschieden. Der Beschuldigte hatte beim Erstrundenspiel im DFB-Pokal am 10. August ein Feuerzeug aufs Spielfeld geworfen und Schiedsrichter Martin Petersen am Kopf getroffen. Das Spiel war daraufhin in der 71. Minute und beim Stand von 1:0 für den Drittligisten Osnabrück abgebrochen worden. Später wurde die Partie zugunsten des Zweitligisten Leipzig gewertet, der nun in der zweiten Pokalrunde in Unterhaching spielt. Osnabrück drohen zudem noch Sanktionen. Bislang sei aber noch kein Strafantrag durch den DFB-Kontrollausschuss gestellt worden, teilte VfL-Präsident Hermann Queckenstedt mit.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/chge
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB