bedeckt München 32°

Hockey:Kalt erwischt

SC Frankfurt 1880 - Münchner SC, 2. Bundesliga Trainer Patrick Fritsche im Gespräch mit Felix Hutterer (beide München).

Voraussichtlich weiter zweitklassig: MSC-Trainer Patrick Fritsche (links) und Felix Hutterer.

(Foto: Jürgen Kessler/imago)

Die Entscheidung über den Aufstieg fällt für die Zweitliga-Männer des Münchner SC überraschend schnell - und zu ihren Ungunsten.

Von Katrin Freiburghaus

Für die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs (MSC) geht die abgebrochene Zweitliga-Saison abseits des Platzes weiter: Eine vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) eingesetzte Task-Force einigte sich am Dienstagabend darauf, die pandemiebedingt auf anderthalb Jahre gestreckte Saison ohne Absteiger, aber mit Aufsteigern zu werten. Problematisch ist daran, dass die Ermittlung dieser Aufsteiger laut Spielordnung in einer Aufstiegsrunde erfolgt wäre, sich die Entscheidung darüber nun aber rückwirkend - und ohne Anhörung der in der Süd-Staffel an der Spitze betroffenen Klubs Münchner SC und SC Frankfurt 1880 - an der Hauptrunden-Tabelle orientieren soll. Der Abbruch des Spielbetriebs war aufgrund regional unterschiedlicher Corona-Maßnahmen nötig geworden und mit den Klubs abgestimmt, die Wertung ist umstritten. Der Münchner SC hatte eine Best-of-three-Serie gegen die Frankfurter ins Gespräch gebracht.

Laut der Entscheidung, die die selbst nicht beschlussberechtigte Task-Force im nächsten Schritt dem DHB-Präsidium empfehlen wird, würde Frankfurt aufsteigen und der MSC zweitklassig bleiben. Nach der Hauptrunde lag Frankfurt einen Punkt vor den Münchnern. Allerdings hatten die Hessen zwei Nachholspiele erst im April, unter anderen Bedingungen und mit verändertem Kader, absolviert. Der DHB kommunizierte am Mittwoch, man habe sich "bemüht, eine Regelung zu finden, die sportlich fair ist".

Das sehen nicht alle so. Frank Ommert, Hockey-Abteilungsleiter beim MSC, äußerte sich zumindest verwundert über "die Geschwindigkeit der Entscheidung". Der MSC werde in den kommenden Tagen intern über eine Stellungnahme beraten. Auch Joachim Krotz, Vize-Präsident der Hockeyliga und Mitglied der Task-Force, räumte ein, dass "ein Verband immer einen gewissen Ermessensspielraum" habe. Er habe dennoch ein Minderheitsvotum abgegeben, "weil es keine Notwendigkeit gab, das so schnell durchzupauken" und andere - womöglich fairere - Möglichkeiten "nicht ausreichend berücksichtigt" worden seien. Das ehemalige Vorstandsmitglied des MSC kritisierte etwa, dass die Möglichkeit, den Aufsteiger in einer Finalserie sportlich zu ermitteln, im Entscheidungsprozess keinerlei Rolle gespielt habe.

© SZ/lein
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB