Handball:Weiter mit Gislason

Kontinuität statt Kurswechsel, auch über Olympia in Paris hinaus: Die Bundestrainer Alfred Gislason und Markus Gaugisch sollen die Zukunft im deutschen Handball gestalten. Das entschied das DHB-Präsidium vor den Qualifikationsturnieren zu den Sommerspielen und beendete die Debatte um Gislason. Der Vertrag des Isländers läuft im Sommer aus. Jedoch, "Gespräche über eine gemeinsame Zukunft" zwischen Vorstand und Trainern sollen "zeitnah" stattfinden, teilte der Handballbund mit. Gislason und Gaugisch hatten in Hannover ihre Analysen der Heim-EM und der Frauen-WM präsentiert und damit offensichtlich überzeugt. Die Männer waren Vierte geworden, Gaugisch hatte mit seinem Team im Dezember Platz sechs belegt, das beste WM-Ergebnis seit 2007. Beide Teams verpassten jedoch die Direktqualifikation für Paris, die soll nun ohne Trainerdiskussionen in Hannover (Männer/14. bis 17. März) und Neu-Ulm (Frauen/11. bis 14. April) erreicht werden.

Gislason hatte nach der EM klargemacht, dass er gerne über den Sommer hinaus Bundestrainer bleiben würde. "Wir haben den steinigen Weg gemacht, die Mannschaft umzubauen. Das sieht sehr gut aus mit den Jungs bis jetzt", sagte er: "Wer auch immer sie weiter betreut, der wird, denke ich, sehr viel Spaß an dieser Mannschaft haben." Offensichtlich wird es Gislason selbst sein, auch wenn er trotz seines besten Turnierergebnisses als DHB-Coach (seit 2020) Kritik vernahm. Etwa vom Manager der Berliner Füchse, Bob Hanning, der davor warnte, das EM-Ergebnis zu positiv zu bewerten. Vor dem DHB-Präsidium forderte schon die Spitze der Handball-Bundesliga die Fortsetzung des Weges mit dem erfahrenen Trainer. Der soll über Paris zur Medaille bei der WM 2024 führen. Ob der Vertrag aber bis zur Heim-WM 2027 verlängert wird, ist noch fraglich. Sicher ein Turnier in der Heimat dürfte Frauen-Trainer Gaugisch erleben, wenn die Gespräche mit DHB-Vorstand Axel Kromer positiv ausfallen. Im kommenden Jahr richten Deutschland und die Niederlande gemeinsam die Weltmeisterschaft aus.

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