Handball Makellos in den Sommer

In der EM-Qualifikation gegen Kosovo kämpft sich Sebastian Heymann mit dem Ball in Richtung Tor.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die deutschen Handballer haben die EM-Qualifikation mit 12:0 Punkten beendet. Am Sonntag schlugen sie Kosovo 28:17. Im Mittelpunkt stand Rückehrer Tobias Reichmann. Er traf dreimal und vergab zwei Siebenmeter.

Die deutschen Handballer haben sich mit einem weiteren hohen Sieg und einer perfekten Bilanz in der EM-Qualifikation Richtung Sommerpause verabschiedet. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop kam am Sonntag gegen Kosovo zu einem überlegenen 28:17 (16:5)-Erfolg. Für die Europameisterschaft 2020 war die Mannschaft schon vorher qualifiziert, Prokop verzichtete deshalb auf eine Reihe von Stammkräften. Zu Buche steht nun eine makellosen Ausbeute von 12:0 Punkten in der Gruppe. Bester Werfer in der mit mehr als 7000 Zuschauern ausverkauften Nürnberger Arena war Johannes Golla mit sechs Treffern.

Zwar spielte die DHB-Auswahl in der zweiten Halbzeit deutlich schwächer, in ernsthafte Schwierigkeiten geriet sie gegen den klaren Außenseiter aber zu keinem Zeitpunkt. Dank der starken Paraden von Torwart Wolff kassierte sie erst in der neunten Minute ihren ersten Gegentreffer zum 1:5. Prokop sagt später, er sei vierzig Minuten lang "mächtig beeindruckt" gewesen: "Danach war etwas Schlendrian drin. Aber es war trotzdem eine sehr gute Woche und eine sehr schöne Qualifikation."

In der Offensive ließ es das deutsche Team nach der Pause zu locker angehen, Rückkehrer Tobias Reichmann vergab sogar zwei Siebenmeter. Gegen die schwachen Keeper der Kosovaren war ansonsten fast jeder Wurfversuch im Tor.

Prokop gab wie schon beim 40:25-Erfolg in Israel vorige Woche einigen jungen Nationalspielern eine Chance. Reichmann, der nach seiner überraschenden Ausbootung vor der WM im Januar erstmals wieder im Kader stand, durfte in der Startformation stehen, doch der 31 Jahre alte Rechtsaußen fiel bis auf einen schön abgeschlossenen Kempa-Trick in der Anfangsphase wenig auf. Der früher Europameister Reichmann meinte nach seinem Comeback: "Dafür, dass wir so bunt zusammengewürfelt waren, war das schon sehr vielversprechend. Es hat viel Spaß gemacht. Es ist ein schönes Gefühl, wieder das Vertrauen des Trainers zu spüren."

Am Sonntag spielten sich eine Reihe von Akteuren für die kommenden Aufgaben in den Vordergrund. Kreisläufer Golla vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt nutzte fast jede seiner Chancen. Auch Rückraumspieler Philipp Weber spielte in Abwesenheit von Kapitän Uwe Gensheimer beeindruckend. Aushilfskapitän Kai Häfner sowie Torhüter Wolff waren die einzigen Spieler im Aufgebot, die auch bei der WM zum Einsatz gekommen waren. Dass das Team in dieser Formation bisher kaum zusammengespielt hat, zeigte sich anhand von kleineren Abstimmungsproblemen im Defensivverbund. Es konnte sich aber auch im zweiten Durchgang auf einen guten Torhüter verlassen: Der für Wolff in die Partie gekommene Klimpke wehrte einige Wurfversuche ab. Nach dem Sommerurlaub trifft sich die Nationalmannschaft erst Ende Oktober zu zwei Länderspielen gegen Kroatien wieder.