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Gewichtheben:Neue Vorwürfe gegen Verbands-Präsidenten

Gewichtheber-Interimspräsidentin Ursula Papandrea will Amtsinhaber Tamas Aján einem Medienbericht zufolge aus dem Verband ausschließen. Die US-Amerikanerin habe einen entsprechenden Antrag gegen den Ungarn gestellt, berichtete die ARD-"Sportschau" am Samstag. Der 81 Jahre alte Ungar ist bereits seit Ende Januar unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert. Seitdem führt Vizepräsidentin Papandrea den Weltverband IWF interimsmäßig.

Auslöser für die Suspendierung Ajáns, die noch bis Mitte April gilt, war eine Dokumentation der ARD. Darin wird über Korruption, Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln, Manipulationen, schwarze Kassen und Sportbetrug bei der IWF berichtet. Aján bestritt die Vorwürfe. Er glaube, dass "die laufende unabhängige Untersuchung die Behauptungen der ARD als unbegründet widerlegen wird", sagte er. Die Ermittlungen gegen ihn bezeichnete er als "zeit- und kostenintensive Übung."

Papandrea erhob nun weitere Vorwürfe gegen Aján. Er habe trotz der Suspendierung unerlaubte Amtsgeschäfte geführt und sie bedroht, schreibt sie in einer E-Mail an ihre Vorstandskollegen, aus der die ARD zitiert. Papandrea forderte, den Ungarn zunächst bis zum nächsten Kongress aus der Exekutive des Weltverbands auszuschließen.

© SZ vom 12.04.2020 / DPA

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