Fußball-Politik "Brisante News" und Platini-Lob

Sepp Blatter, der noch bis 2021 gesperrte ehemalige Präsident des Weltverbandes Fifa, kündigt ein Buch an. Darin will er seine 40 Jahre dauernde Karriere bilanzieren. Gleichzeitig plädiert er für die Begnadigung seines Rivalen.

Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter hat ein Buch mit "brisanten News" angekündigt. Das Werk komme in einem Jahr auf den Markt, sagte der 81- Jährige nach einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur SDA. Es gehe um seine persönliche Sicht auf seine 40-jährige Laufbahn im Weltfußball. Nähere Angaben machte er nicht. Blatter bestätigte Kontakte mit dem US-Justizministerium, das wegen Korruption beim Weltfußballverband ermittelt. Er sei dort aber nie als Verdächtiger betrachtet worden. Gegen ihn laufen aber noch Ermittlungen der Schweizer Ankläger. "Ich habe von der Bundesanwaltschaft seit September 2015 nichts mehr gehört", sagte er.

Blatter hatte nach massiven Korruptionsvorwürfen gegen die Fifa 2015 widerwillig seinen Rücktritt angekündigt. Frühere Führungskräfte sollen bis zu 80 Millionen Dollar zu eigenen Gunsten abgezweigt haben. Die Ethikkommission sperrte Blatter bis 2021 für alle Fußballaktivitäten. Wie Blatter ist auch der frühere Uefa-Boss Michel Platini gesperrt. Blatter hat sich am Freitag für eine Rückkehr Platinis im Weltfußball ausgesprochen. "Er kann sowohl die Uefa als auch die Fifa übernehmen", sagte der Schweizer der Nachrichtenagentur AFP in Zürich. Blatter zeigte Verständnis für die jüngste Kritik von Platini an seiner Person. Der Franzose hatte Ende März schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Verbündeten erhoben. "Sie haben nach etwas gesucht, das mir schadet. Er ist der größte Egoist, den ich je gesehen habe. Er hat immer gesagt, dass ich sein letzter Skalp sein würde", sagte Platini der französischen Zeitung Le Monde. "Dass er mich einen Egoisten nennt, damit kann ich leben", sagte Blatter.