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FC Bayern im Uefa-Cup:Die italienische Hoffnung

Michael Rensing, der nach einer guten Stunde für Oliver Kahn (eingeklemmter Nerv) eingewechselt wurde, hat recht, wenn er sagt: "Einen Luca Toni kann keine Mannschaft ersetzen." Dennoch ist es auffällig, wie sehr der FC Bayern in dieser Saison von einzelnen Spielern - über weite Strecken der Saison von Ribéry, im Saisonendspurt von Toni - abhängig ist. Denn gegen St. Petersburg nominierte Hitzfeld die beste ihm zur Verfügung stehende Aufstellung, er rotierte oder schonte kein bisschen - und trotz Ribéry, Klose & Co. sehnten sich alle nach dem Torgaranten Luca Toni.

Wenn schon nach einem 1:1 gegen Zenit St. Petersburg solche Töne kommen, stellt sich natürlich die Frage: Wie soll das im kommenden Jahr aussehen, wenn der FC Bayern in der Champions League antritt, auf den FC Barcelona oder eine englische Spitzenmannschaft trifft und Luca Toni mal ausfällt? Eine Mannschaft mit den Ansprüchen des FC Bayern müsste auch ohne den Italiener eine Mannschaft wie Zenit St. Petersburg schlagen und sich nicht hinterher an Toni wie an einen Strohhalm klammern.

Doch bevor die Bayern ihre Gedanken auf die Champions League richten können, steht am nächsten Donnerstag (18.45 Uhr) das Rückspiel in Russland an. Und dann soll Luca Toni wie beim 1:0-Führungstreffer von Ribéry gegen St. Petersburg lachen und sich freuen - aber gleichzeitig auch wie schon 34 Mal in dieser Saison seine rechte Hand zum rechten Ohr führen und zum Ohrschrauben-Jubel ansetzen. Die Petersburger Spieler jedenfalls stimmten in den Chor der Bayern-Verantwortlichen mit ein. Welche Chancen denn die Zenitler in einer Woche hätten, wurde Kapitän Anatolij Timoschtschuk gefragt. Die Antwort: Schwer zu sagen, schließlich sei dann dieser Luca Toni wieder dabei.