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Eisschnelllauf:Große entlässt Bundestrainer Bouwmann

Der kommissarische Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat Fakten geschaffen. Zwei Wochen nach seiner Berufung gab der Berliner Geschäftsmann Matthias Große, 52, Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die Entlassung von Bundestrainer Erik Bouwman bekannt. Dem Niederländer sei schriftlich mitgeteilt worden, dass sein Arbeitsverhältnis zum 31. Juli ende, erklärte Große auf seiner ersten Pressekonferenz am Stadtrand von Berlin. Als Grund gab er an: "Er ist nicht der Richtige."

Die Trennung kommt nicht überraschend. Im Winter hatte sich Pechstein mit dem Bundestrainer überworfen; im Zuge eines eskalierenden Streits attestierte Bouwman der 48-Jährigen eine "populistische Propaganda" und nannte die Bewerbung von Große für den damals vakanten Posten als Verbandschef einen "Witz". Schon zu jenem Zeitpunkt forderte das Pechstein-Lager Konsequenzen. Eine Aussprache mit dem Bundestrainer hat es laut Große vor dessen Entlassung nicht gegeben. Wer Nachfolger werden soll, wurde nicht bekannt; zunächst, so heißt es, soll der Teammanager Helge Jasch die Koordinierung übernehmen.

Große wurde am 18. Juni von den zwei Vizepräsidenten der DESG, Uwe Rietzke (Dresden) und Dieter Wallisch (München), ins Amt berufen; einer Wahl hat er sich nicht stellen müssen. Bei der Mitgliederversammlung am 19. September will er sich im Amt bestätigen lassen. Ein zentraler Punkt seiner Bewerbung war die Akquise von Geldgebern für den klammen Verband. Am Donnerstag hat der Unternehmer die Partnerschaft mit dem Wohnwirtschafts-Unternehmen B&O-Gruppe aus Bad Aibling angekündigt. Die Langfristigkeit des Engagements sei jedoch an Großes Wahl im September gekoppelt.

© SZ vom 03.07.2020 / sz

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