bedeckt München

DTM:Wittmanns Sieg

DTM Norisring

Mit Freude daheim am Norisring: Marco Wittmann.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Der Fürther hat auf dem Norisring den Titelkampf wieder spannend gemacht. Er setzte sich im BMW auf den Straßen Nürnbergs vor Mercedes-Pilot Edoardo Mortara (Italien) durch.

Marco Wittmann hat auf dem Norisring den Titelkampf in der DTM wieder spannend gemacht. Der gebürtige Fürther setzte sich im BMW auf den Straßen Nürnbergs in einem auch sonst ereignisreichen Rennen vor dem Mercedes-Piloten Edoardo Mortara (Italien) durch, der tags zuvor noch gewonnen hatte. Dritter wurde Mortaras Markenkollege Daniel Juncadella aus Spanien. "Es war das Rennen meines Lebens. Es ist fast so schön, wie Meister zu werden", sagte Wittmann nach seinem ersten Norisring-Sieg im achten Versuch.

Von Startplatz sieben aus hatte sich der zweimalige Champion durch einen frühen Reifenwechsel und mutige Überholmanöver an die Spitze des Feldes gekämpft und verteidigte diese bis ins Ziel. In der Gesamtwertung bleibt der Brite Gary Paffett (ebenfalls Mercedes) trotz Rang 13 am Sonntag in Führung. Allerdings hat der Champion von 2005 nach acht von 20 Saisonrennen vier Fahrer unmittelbar im Nacken: Mortara folgt mit 93 Punkten, die BMW-Piloten Wittmann und Timo Glock (Wersau) liegen jeweils nur einen Zähler dahinter. Einen Rückschlag erlebte dagegen Audi: Nachdem alle sechs Boliden der Ingolstädter zunächst die Top Ten verpasst hatten, landeten am Sonntag in Nico Müller (Schweiz/Siebter) und Robin Frijns (Niederlande/Achter)

zumindest zwei Fahrer in den Punkten.

Zwischen Mercedes (fünf Saisonsiege) und BMW (drei) wird dagegen der Kampf um die meisten Titel vor der fünften Station im niederländischen Zandvoort (14./15. Juli) immer spannender. In Nürnberg lieferten sich Glock und Paffett ein hartes Duell über viele Runden. Im Boxenfunk beklagte sich Paffett lautstark, Glock würde ihn blockieren. Der Zweikampf kostete beide viel Zeit und wohl auch einige Punkte: Paffett wurde nur 13., Glock immerhin noch Zehnter. "Timo hat mich ständig Richtung Wand gedrückt", polterte Paffett im TV-Sender Sat1: "Es war furchtbar, heute gegen ihn zu fahren." Schon am Samstagmittag hatte die Führung der DTM die Weichen für ihre Zukunft gestellt: Die Tourenwagenserie einigte sich mit der japanischen Super GT auf die Umsetzung des sogenannten Class-One-Reglements. Die Angleichung in beiden Serien ab 2019 sorgt nicht nur für stärkere Motoren, geringere Kosten und auf dem Papier mehr Chancengleichheit, sondern auch eine Verzahnung der beiden Tourenwagenserien: Bereits in der kommenden Saison soll es zwei gemeinsame Rennen geben, eines in Europa, eines in Asien. Ein Ersatz für Mercedes, das die DTM zum Saisonende verlässt, ist aber weiter nicht gefunden.

© SZ vom 25.06.2018 / sid

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite