Dressur:Neue Pferde braucht das Team

Jessica von Bredow-Werndl (GER) mit Ihrem Pferd Ferdinand BB, Preis der Familie Tesch Grand Prix CDIO5* - 1. Wertungspr

Reagiert nicht immer auf die Hinweise: Jessica von Bredow-Werndls junges Dressurpferd Ferdinand.

(Foto: Frank Heinen/imago)

Die einen zu alt, die anderen noch zu jung - in Aachen wird deutlich, dass das deutsche Dressurteam mit seinen Pferden im Umbruch steckt.

Von Gabriele Pochhammer, Aachen

Mal wieder war es Isabell Werth, die die Dressurwelt zurechtrückte, zumindest aus deutscher Sicht. Auch ohne ihre Erfolgsstuten der letzten Jahre, Weihegold und Bella Rose, zählt die siebenmalige Olympiasiegerin zu Weltklasse: Nachdem sich der zehnjährige Quantas im Grand Prix nicht recht konzentrieren wollte und es nur zu Platz vier reichte, war er in der Kür wieder bei der Sache. 88,335 Prozent - das bedeutete den Mannschaftssieg für das deutsche Team, zu dem auch Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl auf Ferdinand und die Aachen-Debütanten Frederic Wandres (Duke of Britain) und Carina Scholz (Tarantino) gehörten.

"Es war schon als kleines Kind mein Traum, neben Isabell Werth auf dem Treppchen zu stehen", sagte Wandres, der sich mit seinem kompakten Fuchs Fünfter wurde, im Grand Prix und in der Kür. Nicht so glücklich lief es für Carina Scholz, deren Wallach im Grand Prix Special Special mitten in der zweiten Piaffe einen Riesensatz machte - am Ende war es der vorletzte Platz, somit das Streichergebnis.

Bredow-Werndls Pferd Ferdinand fand alles noch ziemlich aufregend

Der Dressur-Nationenpreis wurde nach einer neuen Formel entschieden: Von den vier Reitern eines Teams im Grand Prix gingen zwei in den Grand Prix Special und zwei in die Kür, erst dann stand das Teamresultat fest. "Ich bin froh, dass die Pferde hier nicht alle drei Prüfungen gehen müssen", sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu, "es war auch für die Reiter eine lange Saison." Die zweite deutsche Reiterin im Special machte vieles wieder wett: Bredow-Werndl gewann mit dem zwölfjährigen Ferdinand, einem Aachen-Debütanten, der alles noch ziemlich aufregend fand. Auch wenn die Tribünen nicht mal halbvoll waren, ist das Stadion in der Soers doch imposanter als die meisten Dressurvierecke. Aber Ferdinand schlug sich tapfer. Er könne ein Championatspferd werden, sagt seine Reiterin, auch wenn er von Perfektion noch weit entfernt ist. Mit zwölf Jahren sollte ein Dressurpferd zwar schon reif für alle Aufgaben sein, aber der Braune brauchte nach der Kastration eine längere Auszeit, das Training musste heruntergefahren werden. "Er muss jetzt erst mal in die Gänge kommen, da muss noch mächtig an der Durchlässigkeit gearbeitet werden", sagt die Bundestrainerin. Das bedeutet, Ferdinand muss noch williger auf Hilfen seiner Reiterin reagieren, darf nicht das Maul aufsperren oder andere Zeichen von Unbehagen zeigen, wie zuweilen in Aachen.

"Wir brauchen neue Pferde", sagte Theodorescu. "Wir lehnen uns nicht zurück." In Aachen ritten zwei junge Frauen, die Niederländerin Dinja van Liere, Grand Prix-Siegerin und Kür-Zweite, und die Britin Charlotte Fry, Zweite und Dritte auf ihren Pferden Hermes und Dark Legend, die durch die schwierigsten Lektionen tanzten. Es war, als reite da die Zukunft.

© SZ/bkl
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