Doping:Olympiasiegerin unter Verdacht

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Startrecht für Bahrain, Training in Kenia: Ruth Jebet, 21, hat einen rasanten Aufstieg hinter sich.

(Foto: Prantner/imago)

Die für Bahrain laufende Ruth Jebet, 21, soll angeblich bei einem Test aufgefallen sein.

Die aus Kenia stammende und für Bahrain startende Hindernis-Olympiasiegerin Ruth Jebet, 21, hat angeblich eine positive Dopingprobe abgegeben. Das berichtet die englische Tageszeitung Guardian unter Berufung auf "prominente Quellen"; diesen zufolge sei bei Jebet das leistungssteigernde Blutmittel Erythropoetin, kurz Epo, nachgewiesen worden. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Die "Athletics Integrity Unit", die sich um die Tests in der Leichtathletik kümmert, wollte sich unter Verweis auf den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada nicht zu Testresultaten äußern. Jebets Agent, Marc Corstjens, wird vom Guardian mit den Worten zitiert: "Ich habe versucht, Ruth zu erreichen, aber ihr Telefon antwortet nicht. Ich habe keine offiziellen Informationen."

Sollte sich bei Ruth Jebet ein Dopingfall bestätigen, wäre er mindestens so bedeutsam wie der ihrer Landsfrau Rita Jeptoo: Die dreimalige Gewinnerin des Boston-Marathons ist 2014 für vier Jahre gesperrt worden wegen eines positiven Epo-Tests. Die gleiche Strafe wegen des selben Vergehens erhielt im vorigen Jahr auch Jemima Sumgong, die Marathon-Olympiasiegerin von Rio 2016. In diesem Jahrzehnt sind bereits mehr als 40 Leichtathleten aus Kenia des Dopings überführt worden.

Ruth Jebet galt als aufstrebender Stern am Leichtathletik-Himmel, seit sie 2016 erst Olympia-Gold gewann und anschließend den Weltrekord über 3000 Meter Hindernis auf 8:52,78 Minuten verbesserte. In ihrer Heimat ist sie freilich umstritten, weil sie sich bereits als Jugendliche vom reichen Golfstaat Bahrain abwerben ließ. Für ihren Triumph in Rio soll sie 500 000 Dollar Prämie bekommen haben. Jebet trainierte allerdings weiterhin die meiste Zeit in Kenia, was nun natürlich Fragen aufwirft. Das dortige Anti-Doping-System steht immer wieder in der Kritik wegen seiner Laschheit: Vor zwei Jahren drohte den kenianischen Leichtathleten deswegen sogar der Ausschluss von Olympia.

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