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Doping:95 Prozent weniger Proben

Das Doping-Kontrolllabor in Köln hat seine Arbeit nahezu einstellen müssen. "Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Probenzahl auf ein Minimum zurückgegangen. Derzeit testen wir zirka 95 Prozent weniger Dopingkontrollproben als zuvor", sagte der Leiter des Labors, Mario Thevis, der Funke-Gruppe. Wegen der Corona-Pandemie ist die Entnahme von Dopingproben stark zurückgegangen. Die Sorge der Verantwortlichen ist groß, dass Athletinnen und Athleten die Systemlücke vor den Olympischen Spielen 2021 in Tokio zu Betrugszwecken ausnutzen könnten. Den Angaben zufolge sind derzeit nur 13 von 30 akkreditierten Kontrolllaboren der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) voll funktionsfähig. Der Doping-Experte Fritz Sörgel befürchtet: "Schwerpunktmäßig werden die profitieren, die in der zweiten Reihe stehen, die nach vorne wollen oder verzweifelt sind."

© SZ vom 22.04.2020 / dpa

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