DFB:"Das verletzt mich"

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Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger über die mögliche Beeinflussung durch den WM-Gastgeber Katar.

Dem Ankläger zitterte die Stimme. Bei seiner 90-minütigen Generalabrechnung am Donnerstag mit WM-Gastgeber Katar, dem Weltverband Fifa und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) konnte Theo Zwanziger seine Emotionen nur mühsam kontrollieren. "Je mehr ich ins Grübeln komme, umso mehr verletzt es mich", sagte der ehemalige DFB-Präsident über das gescheiterte Geheimprojekt "Flussbett", mit dem der 76-Jährige vor einigen Jahren offenbar von seiner kritischen Haltung gegenüber der WM in Katar abgebracht werden sollte.

Ebenso setzte Zwanziger der Verdacht zu, dass Katar zumindest indirekt auch Einfluss auf die Ermittlungen rund um das bis heute nicht aufgeklärte "Sommermärchen" der WM 2006 in Deutschland genommen haben könnte. Zahlreiche Vorgänge wie die staatlichen Verfahren und die DFB-Untersuchungen der Affäre seien seiner Ansicht nach "möglicherweise von einem Interesse Katars beeinflusst" worden. Auffallend sei jedenfalls, dass es bei den involvierten Behörden, vor allem in der Schweiz, "ein hohes Maß an Voreingenommenheit" gegeben habe, sagte Zwanziger. Dort hat sich die Handhabung diverser Fußballverfahren, inklusive Sommermärchen, zu einem Justizskandal ausgeweitet.

Während gegen Zwanziger und weitere Alt-Funktionäre jahrelange Ermittlungen und (wieder eingestellte) Verfahren betrieben worden waren, wurde der Geschäftsmann Mohamed Bin Hammam aus Katar als Zentralfigur der Affäre bis heute nicht vernommen. Auf das Konto einer Firma des ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten, der 2012 lebenslang gesperrt wurde, waren einst zehn Millionen Schweizer Franken geflossen - umgerechnet genau die 6,7 Millionen Euro, die der DFB später an den Weltverband überwies.

Auch der DFB habe bei der Aufklärung kein gutes Bild abgegeben. In den vergangenen Jahren sei viel unter den Teppich gekehrt worden, kritisierte Zwanziger. Besonders auffällig sei für ihn, dass "alle, die zu nah an den Schlüssel zur Aufklärung des Sommermärchens gekommen sind - das ist Katar - dafür nicht honoriert wurden".

Eine tiefere Aufklärung des Geheimprojekts "Flussbett", für das Katar die Firma eines ehemaligen CIA-Agenten mit einem Budget von zehn Millionen Dollar ausgestattet hatte, strebt Zwanziger nicht an. Er wisse nicht, ob er direkt Kontakt zu involvierten Personen gehabt habe. Fakt sei: "Bei mir ist kein Geld angekommen."

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