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Curling:Umzug nach Füssen

Weil die Gemeinde Garmisch dem SC Riessersee kein Eis mehr zur Verfügung stellt, werden die bayerischen Meisterschaften verlegt. Nun will der Klub vor Gericht: Er pocht auf den Nutzungsvertrag, der erst nächstes Jahr ausläuft.

Würden die besten Curler des Freistaates am Wochenende nach Garmisch-Partenkirchen fahren, sie würden vor verschlossenen Hallentüren stehen: Es fehlt das Eis für die bayerischen Meisterschaften, die dort am Samstag und Sonntag stattfinden sollten. Was nun Realität ist, hatte sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet: Die Veranstaltung muss nach Füssen verlegt werden.

Die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen hatten der Curling-Abteilung des traditionsreichen SC Riessersee Mitte August in einem Brief mitgeteilt, dass die Nutzung der Halle III des Eisstadions im Ortszentrum 2018 auslaufe; dort belegte der SCR von Oktober bis März drei Bahnen. Die Curling-Förderung durch den Bund endete bereits 2014; das finanzielle Defizit sei zu groß. Im Oktober bekräftigte der Verwaltungsrat der Gemeinde den Beschluss, die Halle III nach der Saison 2017/18 nicht mehr zu beeisen - und fordert für die Nutzung in dieser Saison nun eine Bezuschussung durch den Verein von rund 25 000 Euro, um die Kosten zu decken.

Dieses Geld will der SCR nicht aufbringen. Abteilungsleiter Rainer Schöpp ist frustriert: "Wir können uns nicht wehren." Er fühlt sich unter Druck gesetzt. Der Verein solle das Geld aufbringen und unterschreiben, dass er mit der Schließung der Halle einverstanden sei, sonst gebe es kein Eis. Die Schließung der Halle wäre das Aus für Curling in Garmisch-Partenkirchen.

Im November erhielt Schöpp von der Gemeinde Einsicht in die gültigen Vertragspapiere. Diese würden dem SCR die Eisnutzung für mindestens 25 Jahre sichern, sagt der 59-Jährige. Nach seiner Rechnung begann die Nutzung im Jahr 1993 mit dem Probebetrieb, ein Jahr später regulär. Demnach läuft die Nutzung frühestens 2018/19 aus. Deshalb möchte Schöpp sich das Eis nun per einstweiliger Anordnung mit Hilfe eines Anwalts zurückholen. Wie die Erfolgsaussichten sind, weiß Schöpp nicht. Er sitzt erst einmal weiter vor verschlossenen Türen. Die besten Curler Bayerns fahren derweil nach Füssen. Dorthin, wo sich inzwischen der finanziell geförderte Bundesstützpunkt befindet.

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