Box-Weltmeister Manuel Charr positiv getestet - WM-Kampf abgesagt

Manuel Charr wurde im November 2017 Weltmeister.

(Foto: dpa)
  • Der WM-Kampf von Boxweltmeister Manuel Charr am 29. September in Köln wurde abgesagt.
  • Laut Medienberichten wurde er positiv auf anabole Steroide getestet.
  • Charr beteuert: "Ich habe noch nie irgendwas genommen." Ihm droht dennoch eine Strafe.

Die WM-Titelverteidigung von Box-Weltmeister Manuel Charr am 29. September in Köln ist wegen einer positiven Dopingprobe des Schwergewichtlers geplatzt. Dies erklärte sein Management am Donnerstagmittag in einer offiziellen Erklärung. "Ich bin von der Nachricht total geschockt und weine nur noch", sagte der 33-Jährige, der seinen WBA-Gürtel gegen Pflichtherausforderer Fres Oquendo (Puerto Rico) verteidigen sollte, dem Kölner Express: "Ich habe noch nie irgendwas genommen."

Charr kündigte die Öffnung der B-Probe an. "Aber das dauert. Unter den Umständen werden wir den WM-Kampf in Köln leider absagen müssen", sagte der Wahl-Kölner. Sollte die B-Probe das Ergebnis bestätigen, droht ihm eine Sperre.

"Das ist absolutes Hardcore-Doping", sagt Doping-Experte Sörgel

"Der Kampf ist ad acta gelegt. Meiner Meinung nach wird die WBA Manuel den Gürtel aberkennen", bestätigte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), dem SID: "Bei Manuel wurden bei einer Trainingskontrolle am 31. August zwei Substanzen gefunden, die schon länger auf der Verbotsliste stehen."

Nach Berichten mehrerer Medien soll es sich dabei um Epitrenbolon und Drostanolon handeln. Vorgenommen hatte die Kontrolle die Voluntary Anti-Doping Association (VADA). "Das sind beides Anabolika. Das ist absolutes Hardcore-Doping. Bei Boxern steht dabei die Steigerung der Muskelkraft im Vordergrund", sagte Doping-Experte Fritz Sörgel der Bild.

Charr hatte schon bei seinem Titelgewinn im November vor einem Jahr für Aufregung gesorgt, als er sich als erster deutscher Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling feiern ließ und versicherte, im Besitz des deutschen Passes zu sein. Dies stellte sich jedoch als Lüge heraus. Der Antrag des Syrers auf eine deutsche Staatsbürgerschaft liegt auch wegen seiner Vorgeschichte auf Eis.

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