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Basketball-Playoffs:Seltsam uninspiriert

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(Foto: imago images / Eibner)

Die Bayern-Basketballer mühen sich im zweiten Viertefinalspiel zum Sieg in Braunschweig, phasenweise tritt der aktuelle Meister wenig meisterlich auf. Am Sonntag können die Münchner dennoch den Halbfinaleinzug sichern.

Der FC Bayern hat auch das zweite Playoff-Viertelfinale gegen die Löwen Braunschweig gewonnen und kann am Sonntag im Audi Dome (18 Uhr) die Best-of-five-Serie vorzeitig beenden. Der 84:74-Sieg war verdient, die Leistung gegen den ersatzgeschwächten Außenseiter aber alles andere als meisterlich.

Die Braunschweiger mussten erstmals in dieser Saison keine Tribünen abhängen, der deutsche Meister lockte mehr als 5619 Zuschauer in die Halle: Saisonrekord. Die Münchner begannen wie schon im ersten Spiel stark und führten schnell 8:2. Trainer Dejan Radonjic hatte ja mehr Konstanz angemahnt, doch sein Personal agierte nach konzentriertem Beginn erneut seltsam uninspiriert. Vor allem Spielmacher Stefan Jovic (im Bild am Ball) schien die Aufgabe nicht so ganz ernst zu nehmen, die drei Ballverluste des Serben in Folge des starken Beginns waren exemplarisch für den Auftritt des Meisters. Radonjic nahm ihn früh vom Feld.

Gut nur, dass der Trainer Spieler wie Derrick Williams oder Petteri Koponen auf der Bank hat. Vor allem der Finne hatte wenig Lust auf eine unnötige Verlängerung der Serie, versenkte drei Dreier und schraubte den Vorsprung auf 16 Punkte (28:12, 9. Minute). Als dann auch noch Braunschweigs DeAndre Lansdowne kurz vor Ende des ersten Durchgangs umknickte und in der Kabine blieb, waren die Kräfte endgültig in einem krassen Missverhältnis. Dass den Gastgebern damit neben Center Scott Eatherton, der wegen einer Muskelverletzung die Saison vorzeitig beendet hat, die besten Spieler fehlten, setzte sich seltsamer Weise in den Köpfen der Münchner fest. Denn anstatt wie vom Coach gefordert seriös weiterzuspielen, also giftig zu verteidigen und die Angriffe sicher auszuspielen, wurde der Meister zusehends nervös. Einfache Korbleger wurden vergeben, schlechte Würfe genommen, Fehlpässe und Ballverluste wechselten sich ab - und plötzlich war Braunschweig da. Das zweite Viertel ging an die Löwen (21:19), und nach der Pause wurde es für den Favoriten noch schlimmer.

Die Münchner hatten mit ihrer fehlerhaften und pomadigen Spielweise den Braunschweiger ja selbst die Möglichkeit aufgezeigt, dass sie tatsächlich zu schlagen sind. Vor allem Christian Sengfelder (28 Punkte) und Thomas Klepeisz (18) sahen sich zu sehenswerten Leistungen animiert, die Löwen trafen zwischenzeitlich aus allen Lagen und glichen im letzten Viertel mehrmals aus. Doch nach dem 69:69 ließen die Kräfte nach, die Bayern, bei denen in Jovic (12), Koponen (13), Topscorer Williams (17), Devin Booker (10) und Vladimir Lucic (15) immerhin fünf Spieler zweistellig trafen, nutzten das zum Sieg.

Der aber sollte den Bayern als Warnung dienen - in dieser Form dürfte der Meister Probleme bei der Titelverteidigung bekommen.