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Basketball:"Permanentes Risiko"

Thomas Bray (FC Bayern) gegen Joshiko Saibou (li.) (Bonn) / Basketball / BBL / FC Bayern München Basketball - Telekom B; Basketball

Polarisiert und provoziert mit seinem Verhalten während der Corona-Pandemie: Basketball-Profi Joshiko Saibou hat von seinem Klub nun die fristlose Kündigung erhalten.

(Foto: Lackovic / Imago)

Bundesligist Bonn entlässt den Nationalspieler Joshiko Saibou fristlos, weil der sich nicht an die allgemeinen Corona-Regeln halten mag.

Der Basketball-Bundesligist Telekom Bonn hat den Nationalspieler Joshiko Saibou nach dessen Teilnahme an der Großdemonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen am Samstag in Berlin fristlos gekündigt. Wie der Klub mitteilte, seien Verstöße "gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler" der Grund. "Die Vereine der BBL (Basketball-Bundesliga, Anm.) arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten", sagte Bonns Geschäftsführer Wolfgang Wiedlich.

Saibou hatte mit seiner Freundin, der Kölner Weitspringerin Alexandra Wester, an der Protestaktion in Berlin teilgenommen. Viele Demonstranten hatten sich nicht an die Hygieneregeln gehalten, weshalb die Veranstaltung vorzeitig beendet worden war. Schon im Mai hatten Saibou und Wester mit Einlassungen zur Corona-Krise in den Sozialen Netzwerken polarisiert. Am Montag postete der 30-Jährige bei Instagram ein Video, das ihn ohne Mundschutz beim Training im Fitnessstudio zeigte, auch neben seinem Nationalmannschaftskollegen Maodo Lo. Konsequenzen vom Deutschen Basketball Bund hat Saibou nicht zu erwarten. "Wir als Verband distanzieren uns davon", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss über den Anti-Corona-Protest: "Wir akzeptieren aber auch, dass unser Nationalspieler Joshiko Saibou eine andere Meinung hat."

© SZ vom 05.08.2020 / sid

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