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Basketball:FC Bayern siegt in Istanbul

Euroleague: Bayern-Basketballer drehen Partie und gewinnen in Istanbul

Von Ralf Tögel

Die Basketballer des FC Bayern München haben nach dem Sieg bei Maccabi Tel Aviv auch das zweite Spiel ihrer Euroleague-Auswärtstour bei Fenerbahce Istanbul gewonnen. Dabei drehte das Team von Trainer Andrea Trinchieri einen 20-Punkte-Rückstand zur Pause, gewann mit 75:71 Punkten und setzte sich mit nun 3:1-Siegen in der Spitzengruppe der Tabelle fest.

Dabei wirkte es zunächst, als hätten die Bayern ihre gesamte Energie im Charter-Flieger gelassen, der sie in die türkische 15,5-Millionen-Metropole gebracht hatte. Zwar hatte auch Fenerbahce eine fordernde Partie am Mittwochabend zu spielen und ein unglückliches 77:78 nach Verlängerung gegen Moskau einstecken müssen, aber doch den Vorteil des zweiten Heimspiels auf seiner Seite, die Spieler konnten sich zu Hause ausruhen. Was der Favorit zu nutzen wusste: Immer wieder tauchte der baumlange Center Jan Vesely frei unter dem Korb auf, der Tscheche war mit 25 Punkten auch Topscorer des Abends. Zumeist wurde er von Nando De Colo in Szene gesetzt (18), womit die beiden Hauptverantwortlichen für das fürchterliche 9:28-Startviertel der Bayern genannt sind. Zwar konnten die Münchner den zweiten Abschnitt ausgeglichen gestalten, schleppten aber immer noch einen Malus von minus 20 Punkten (20:45) in die Kabine.

"Dem Trainer zuhören, das tun, was er sagt und auf dem Feld zusammenstehen", so beschrieb Jalen Reynolds, was in der Pause besprochen wurde. Und er war derjenige, der den Vorgaben von Trinchieri besonders gut gelauscht hatte, der Center brachte viel Energie aufs Feld, erzielte 17 Punkte und setzte wichtige Impulse. Die freilich auch von den Kollegen aufgenommen wurden: Plötzlich packte die Defense zu, plötzlich fielen die Würfe. Und je besser die Bayern ins Spiel kamen, desto nervöser wurde der favorisierte Gastgeber. Vor dem Schlussabschnitt hatten die Bayern, bei denen erneut Vladimir Lucic eine herausragende Leistung bot und mit 18 Punkten bester Schütze war, den Rückstand auf zehn Punkte (48:58) verkürzt. Was so viel Schwung brachte, dass die Münchner nicht mehr zu bremsen waren. Angeführt von Spielmacher Zan Sisko (11), der wie auch Nihad Djedovic (10) zweistellig traf, zog der FCB fünf Minuten vor dem Ende mit 65:63 erstmals in Front und siegte verdient.

© SZ vom 17.10.2020

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