Bahnrad-EM:"Diese Medaille gehört Kristina"

Bahnrad-EM: Vielleicht eine der wichtigsten Medaillen in der Karriere von Miriam Welte (l.): Bei der EM in Glasgow sicherte sie sich im Teamsprint Bronze mit der neuen Partnerin, der 20-jährigen Emma Hinze.

Vielleicht eine der wichtigsten Medaillen in der Karriere von Miriam Welte (l.): Bei der EM in Glasgow sicherte sie sich im Teamsprint Bronze mit der neuen Partnerin, der 20-jährigen Emma Hinze.

(Foto: Andy Buchanan/AFP)
  • Miriam Welte gewinnt bei den Bahnradsport-Europameisterschaften in Glasgow mit Emma Hinze die Bronzemedaille im Teamsprint.
  • Welte widmet den dritten Platz ihrer früheren Standardpartnerin Kristina Vogel, die sich Wochen zuvor bei einem Unfall an der Wirbelsäule verletzte.
  • "Was Welte und Hinze hier angesichts der wirklich tragischen Ereignisse um Kristina Vogel geleistet haben, kann man nicht hoch genug bewerten", sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Miriam Welte hat bei den Bahnradsport-Europameisterschaften in Glasgow die erste emotional schwierige Aufgabe mit Bravour gemeistert. Knapp sechs Wochen nach dem schweren Unfall ihrer langjährigen Standardpartnerin Kristina Vogel belegte die 31-Jährige aus Kaiserslautern zusammen mit EM-Debütantin Emma Hinze aus Cottbus Platz drei im Teamsprint. In 32,981 Sekunden schlug das Duo die Niederlande (33,481).

"Diese Medaille gehört Kristina - wir sind hier für sie gefahren", sagte Welte, auf deren Pedalriemen #staystrongkristina stand. Vogel hatte sich Ende Juni in Cottbus bei einem tragischen Trainingsunfall schwerste Rückenverletzungen zugezogen. Dadurch wurde das Erfolgsduo der vergangenen Jahre gesprengt. Zusammen holten Welte und Vogel Olympia-Gold (2012) und -Bronze (2016) und wurden viermal Weltmeisterinnen - zuletzt in diesem Jahr im niederländischen Apeldoorn. "Respekt. Was Welte und Hinze hier angesichts der wirklich tragischen Ereignisse um Kristina Vogel geleistet haben, kann man nicht hoch genug bewerten", sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Das gleichfalls neu formierte Männer-Teamsprint-Trio mit Timo Bichler, Stefan Bötticher und Joachim Eilers belegte im mit 4000 Zuschauern voll besetzten Sir-Chris-Hoy-Velodrom in 43,805 Sekunden ebenfalls Platz drei und schlug im kleinen Finale die Niederlande.

Erste EM-Medaille seit 2011

Charlotte Becker, Lisa Brennauer, Mieke Kröger und Gudrun Stock holten sich mit der deutschen Rekordzeit von 4:23,105 im Rennen um Platz drei der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung gegen Polen Bronze. Es war die erste EM-Medaille seit 2011, damals wurde noch zu dritt gefahren. "Ich denke, die Talsohle ist durchschritten. Das Ergebnis ist eine große Motivation für uns und zeigt, dass wir es doch noch können", sagte Anfahrerin Becker, die wie Brennauer schon vor sieben Jahren zum Silber-Trio gehörte.

Der Vierer der Männer belegte in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung wie bei der EM 2017 und der WM 2018 den vierten Platz. In der Entscheidung gegen Olymiasieger Großbritannien (3,57,463 Minuten) unterlag der Quartett in 4:00,007 Minuten. Der Titel ging an Italien vor der Schweiz.

© SZ.de/dpa/tbr
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