America's Cup:Kleinere Katamarane

Mitten in den Vorbereitungen auf das nächste Rennen ändern sich die America's- Cup-Regeln. Segler Jochen Schüman geißelt das scharf.

Titelverteidiger USA hat mit der Zustimmung der meisten Herausforderer im Segelklassiker America's Cup den angekündigten Bootsklassenwechsel auf kleine Katamarane beschlossen. Das gaben die Organisatoren am Mittwoch bekannt. Schon das kommende 35. Cup- Duell 2017 soll nicht auf den ursprünglich geplanten Riesen-Katamaranen vom Typ AC62 (18,90 Meter), sondern auf kleineren Tragflächen-Katamaranen in einer noch festzulegenden Größe zwischen 45 und 50 Fuß (13,70 bis 15,25 Meter) ausgetragen werden. Noch nie gingen die Teams beim ältesten und wichtigsten Segel-Wett- bewerb der Welt mit so kleinen Booten an den Start. Auf diese Weise sollen die benötigten Budgets zwischen 50 Millionen und mehr als 100 Millionen Euro um bis zu 50 Prozent reduziert und mehr Teams für den wichtigsten Wettbewerb des Profi-Segelsports gewonnen werden.

Jochen Schümann, Deutschlands berühmtester Segler, zeigte sich nicht angetan von der Regeländerung: "Ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Das ist ein Desaster und ein Ding der Unmöglichkeit", sagte der 60-Jährige: "Es ist unsportlich, egal, aus welchen angeblichen Gründen so etwas passiert. Die Teams basteln immerhin schon seit anderthalb Jahren an ihren Katamaranen", meinte der dreimalige Olympiasieger Schümann, der den Cup zwei Mal gewann: "Auch für Außenstehende ist das schwer verständlich."

Trotz teilweise harscher Kritik zuvor unterstützte bei der Abstimmung eine Mehrheit der fünf Herausforderer den Vorstoß des Cup-Verteidigers Team Oracle USA. Die Kampagne des Teams Neuseeland, das beim 34. America's Cup 2013 in einem Duell mit 8:9 dem Team Oracle USA unterlag, kündigte bereits Protest an. Auch das italienische Team Luna Rossa steht auf der Kippe. Schümann fürchtet um die Attraktivität des Wettbewerbs: "Ein guter Wettbewerb hängt von guten Teilnehmern ab - und vor allem von der Anzahl an Teams. 2007 in Valencia waren noch zwölf Boote am Start. Nun muss man abwarten, wie viele 2017 übrig bleiben", sagte Schümann, der findet: "Der momentane Verteidiger Oracle ist kein guter Hüter des America's Cup, der Cup gehört in andere Hände. Es wird Zeit für eine neue Ära."

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