2. Bundesliga:DFB ermittelt gegen Rostock wegen pietätlosem Banner

Rostock, Deutschland 17. Oktober 2021: 2. BL - 2021/2022 - FC Hansa Rostock vs. SV Sandhausen Einer weniger, ACAB Banner; Rostock

Fans von ansa Rostock zeigen dieses Banner im Spiel gegen Sandhausen.

(Foto: imago images/Fotostand)

Einige Fans hielten eine Botschaft hoch, die mutmaßlich an einen verstorbenen Polizisten gerichtet war. Beim THW Kiel gibt es Impfdurchbrüche bei den Leistungsträgern Sagosen und Weinhold.

Meldungen im Überblick

Handball, THW Kiel: Handball-Bundesligist THW Kiel muss vorerst auf die Rückraumspieler Sander Sagosen und Steffen Weinhold verzichten. Wie der Rekordmeister vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Pick Szeged mitteilte, können "beide nach einem Impfdurchbruch nicht eingesetzt werden." Beide Spieler sind positiv auf das Coronavirus getestet worden und befinden sich in Quarantäne. Die Austragung der Partien gegen den ungarischen Meister sowie das Topspiel in der Bundesliga am Sonntag gegen Tabellenführer SC Magdeburg sollen aber wie geplant ausgetragen werden.

"Das kommt zur Unzeit", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi am Dienstag auf Nachfrage: "Das ist eine Woche, auf die wir uns sehr gefreut haben." Weitere Impfdurchbrüche im Team erwartet der 43-jährige Österreicher aber nicht. Rückraum-Linkshänder Steffen Weinhold hatte bereits in der vergangenen Woche die Königsklassenpartie gegen den HC Zagreb (36:28) verpasst und war ebenso wie der Norweger Sagosen auch beim 21:21 gegen Pokalsieger TBV Lemgo nicht dabei. Wie lange die beiden Schlüsselspieler fehlen werden, steht noch nicht fest. "Die Ausfallzeiten sind schwer einzuschätzen", sagte Szilagyi.

2. Bundesliga, Rostock: Wegen eines Banners hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Ermittlungsverfahren gegen den Zweitligisten Hansa Rostock eingeleitet. Anhänger des Vereins hatten am Sonntag während des Heimspiels gegen den SV Sandhausen (1:1) ein Spruchband mit der Aufschrift "Einer weniger, ACAB!!!" gezeigt, das im Zusammenhang mit dem Tod eines jungen Polizisten aus Hamburg stehen soll.

Wie der DFB am Dienstag mitteilte, sei der Verein zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Zudem habe der Kontrollausschuss den Klub angehalten, die Täter zu identifizieren und die diesbezüglichen Aufklärungsbemühungen darzustellen.Der Verein hatte sich bereits am Montag von dem "beschämenden Banner" distanziert und "diese Pietätlosigkeit aufs Schärfste" verurteilt. Zudem bat Hansa bei den Angehörigen des Verstorbenen um Entschuldigung.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU) bezeichnete das Banner als "schlichtweg unfassbar, pietätlos und menschenverachtend. In diesem Zusammenhang reichen Distanzierungen und Entschuldigungen des Vereins nicht mehr aus. Ich erwarte, dass die Vereinsverantwortlichen mit aller Konsequenz Einfluss darauf nehmen, dass solche herabwürdigenden Banner gar nicht erst ins Stadion gelangen können", sagte er.

Zudem soll nach Angaben der Bundespolizei eine Soldatin in Uniform von einem Fan des Fußball-Zweitligisten FC Hansa Rostock im Rostocker Hauptbahnhof beleidigt und anschließend ins Gesicht bespuckt worden sein. Die Soldatin sei am Sonntagvormittag zusammen mit einer Familienangehörigen im Bahnhof unterwegs gewesen, als aus einer größeren Gruppe von Hansa-Fans heraus eine männliche Person bedrohlich und mit erhobenen Händen auf sie zugekommen sei, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Dann sei es zu der Straftat gekommen. Die Bundespolizei sucht nun Zeugen des Vorfalls.

Premier League, Newcastle United: Nach der Übernahme des englischen Traditionsklubs Newcastle United durch einen saudi-arabischen Staatsfonds macht die Konkurrenz mobil. Mit großer Mehrheit beschlossen die Premier-League-Klubs auf einer Dringlichkeitssitzung ein vorübergehendes Verbot von Sponsorverträgen eines Klubs mit Unternehmen aus dem Besitz ihrer Eigner.

Einem Bericht der englischen Zeitung The Guardian zufolge soll von den insgesamt 20 Vereinen einzig Newcastle gegen die Neuregelung gestimmt haben. Meister Manchester City, der bereits für die staatliche Fluglinie seines Besitzers aus Abu Dhabi wirbt, hat sich angeblich enthalten. Sowohl Newcastle als auch die Citizens nannten wettbewerbsrechtliche Bedenken als Grund für ihr Abstimmungsverhalten. Die verabschiedete Regelung zielt ganz offensichtlich gegen Newcastle. Die Klubs wollen verhindern, dass der Ex-Meister durch frisches Geld seiner neuen Eigentümer unverhältnismäßig aufrüsten und damit die Kräfteverhältnisse in der Premier League nachhaltig verändern kann. Derzeit warten die Magpies auch nach den ersten acht Spieltagen noch auf ihren ersten Saisonsieg und sind Tabellenvorletzter.

Der Einstieg des von Saudi-Arabiens umstrittenem Kronprinzen Mohammed bin Salman geführten Staatsfonds PIF für umgerechnet 350 Millionen Euro hatte für heftige Kritik gesorgt. Aufgrund der vorherigen Bedenken wegen einer drohenden Wettbewerbsverzerrung hatten Newcastles neue Besitzer der Premier League garantieren müssen, dass der Klub nicht unter Saudi-Arabiens staatlicher Kontrolle stehen würde.

Tennis, Australian Open: Ungeimpfte Tennisprofis werden wohl keine Einreiseerlaubnis für die Australian Open in Melbourne im kommenden Januar erhalten. Dies teilte Dan Andrews, Premierminister des Bundesstaates Victoria, mit. Damit wäre der Start von Titelverteidiger und "Impfskeptiker" Novak Djokovic beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres akut gefährdet.

"Ich denke nicht, dass ein ungeimpfter Spieler ein Visum für dieses Land bekommt. Dem Virus ist es egal, wo du in der Weltrangliste stehst oder wie viele Grand Slams du gewonnen hast", sagte Andrews: "Selbst wenn es ein Visum geben sollte, müssten betroffene Spieler wahrscheinlich mehrere Wochen in Quarantäne." Der Weltranglistenerste Djokovic, der sich öffentlich mehrmals kritisch über Corona-Impfungen geäußert hatte, stellte seine Teilnahme selbst infrage. "Ich weiß nicht, ob ich nach Australien reisen werde. Die aktuelle Situation ist nicht gut", sagte der 34 Jahre Serbe dem Boulevardblatt Blic: "Natürlich will ich dort spielen. Es ist der Grand Slam, bei dem ich am meisten Erfolg hatte."

Der 20-malige Grand-Slam-Champion verweigert beharrlich die Auskunft darüber, ob er selbst geimpft sei. "Das ist eine private Angelegenheit. Zu viele Leute nehmen sich heraus, Fragen zu stellen und andere Menschen zu beurteilen", sagte er: "Was auch immer man antwortet, kann falsch interpretiert werden."

Australien gehört seit Beginn der Coronakrise zu den Ländern mit den rigidesten Einreiseregeln und ist weiterhin fast völlig abgeschottet. 2021 fanden die Australian Open unter großen Sicherheitsmaßnahmen statt, sämtliche Spieler und Spielerinnen mussten sich zwei Wochen in Quarantäne begeben. Djokovic hatte sich damals mit einem Finalsieg über den Russen Daniil Medwedew seinen neunten Titel in Melbourne gesichert.

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