Tasca do Jaime, Lissabon

"Fado mit einem großen F: Mein Computerprogramm hat sich gerade geschlossen, ohne dass ich meinen Text vorher sichern konnte - vielleicht ein Zeichen? Ehrlich gesagt, habe ich diesen Fado-Ort die letzten Monate selbstsüchtig für mich behalten. Nun habe ich mich doch dazu durchgerungen, ihn mit den Spotted by Locals-Freunden zu teilen.

Fado ist beinahe ein Synonym für Lissabon, doch mit der immer größeren Bekanntheit gibt es auch negative Begleiterscheinungen wie Touristen-Speisekarten, inflationäre Preise und so weiter.

Tasca do Jaime hingegen bleibt der Tradition treu: Fado ohne anderes Brimborium.

Gut, man kann auch hier frittierten Fisch essen und am Hauswein nippen - doch dreht sich alles um die Musiker.

Wer sich unterhält, während sie singen, muss mit einer Ermahnung rechnen.

In dieser kleinen Sardinenbüchse mit sechs Tischen und Stehplätzen drängen sich Senhoras aus der Nachbarschaft, die den Text der Fadista mitflüstern, Großväter, die ihr erstes Getränk zur Baröffnung am Nachmittag trinken und auch eine Handvoll Touristen, die es schafft, sich auch noch hineinzuquetschen.

Dieses bescheidene Loch in der Mauer beherbergt eine zwanzigjährige Geschichte und ich verspreche, es wird Ihnen unvergesslich bleiben."

Details: Tasca do Jaime (Kategorie: Musik), freier Eintritt; Rua da Graça 91, Alfama & Graça; Fado am Samstag und Sonntag, 16 bis 20 Uhr.

Text: Maureen Moore, Foto: Hector Olguin, Spotted by Locals Lissabon

7. Mai 2009, 19:012009-05-07 19:01:00 ©