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Prominenten-Hotels:Schlafen bei den Stars

Was wie Understatement wirkt, mag auch daher kommen, dass De Niro schon seit Jahren im New Yorker Stadtviertel Tribeca die Strippen zieht, sei es als Restaurant- und Kinobesitzer oder als Organisator des hiesigen Filmfestivals.

Ein Hotel erscheint quasi als logische Konsequenz. Insbesondere dann, wenn man als Schauspieler wie De Niro viel auf Reisen ist und die meisten Nächte in Hotels verbringt.

Was New York für Robert De Niro ist, ist Dublin für die irische Rockband U2. Dort, im Temple Bar District, sind U2-Sänger Bono und sein Bandkollege The Edge seit 1992 an dem Fünf-Sterne-Hotel "The Clarence" beteiligt. Schon vor dieser Zeit waren sie Stammgäste, in Zukunft wollen sie dort ihre "persönliche Vision" eines Gasthauses verwirklichen und haben dafür den Star-Architekten Norman Foster engagiert.

Für die Pläne gab es vergangenen Sommer grünes Licht von der Stadtverwaltung, wobei Kritiker seither bemängeln, dass nur die Bekanntheit der Anteilsinhaber entscheidend war.

Aufmerksamkeit und öffentliches Interesse sind also stets Zugaben prominenter Beteiligungen. Das gilt umso mehr, je bekannter jemand ist. Im Fall des Hollywoodstars und Architekturfans Brad Pitt reichte schließlich die Ankündigung, ein Öko-Luxus-Hotel in Dubai beraten zu wollen, um Neugierde in der Hotelbranche zu wecken.

Zwar sind noch keine konkreten Pläne benannt, jedoch gilt es als wahrscheinlich, dass das gemeinsame Projekt von Pitt und dem Berliner Architektenbüro Graft ein Erfolg wird.

Filmrequisiten als Hotel-Deko

Sandra Schwarz misst mit anderen Maßstäben. Die gelernte Restaurantfachfrau hat im August gemeinsam mit ihrer Schwester, der Schauspielerin Jessica Schwarz, in ihrer Heimatstadt Michelstadt im Odenwald das Hotel "Die Träumerei" eröffnet. In dem 650 Jahre alten Fachwerkhaus, das direkt zwischen der elterlichen Brauerei und dem Geburtshaus liegt, beherbergt sie seither Gäste in vier Zimmern.

Dabei kann sie sich nicht erinnern, dass jemals ein Gast enttäuscht darüber gewesen wäre, dass Jessica nicht hier arbeitet. Als Schauspielerin hätte sie dafür schließlich keine Zeit.

Dennoch gibt es zwischen den beiden Schwestern eine Abmachung: Im November will Jessica im Betrieb mit anpacken, "damit sie mal sieht, wie viel Arbeit unser Hotel macht."

Obwohl sich letztlich die Arbeit ungleich verteilt, stecke aber im Hotel genauso viel Jessica Schwarz wie Sandra Schwarz, angefangen beim romantisch-märchenhaften Design, bis hin zu den Filmrequisiten, die im Haus verteilt sind und vom Leben der Hotelbesitzerin erzählen.