Mitten in ... Buenos Aires

Buenos Aires und seine Pesos zerschmelzen. Gleich gibt es eine Explosion. Schwitzend starren wir auf die Zahlenbänder des Nachrichtensenders. Die gefühlte Temperatur steigt ins Absurde: 46,7 Grad Celsius. Rekord. Eine Freiluftsauna, heißer und feuchter als Manaus am Amazonas. Der offizielle Wert der Landeswährung sinkt in dem Treibhaus so schnell wie seit dem Staatsbankrott 2001/2002 nicht mehr. Ein Dollar kostet plötzlich mehr als acht Pesos, in den Wechselhöhlen auf dem Schwarzmarkt 13 Pesos. Dann wird der Himmel über der Stadt schwarz und schwer. Fällt er uns auf den Kopf? Nachts dann das Gewitter, die Rettung. Und tags darauf hebt die Regierung die Devisenbeschränkungen auf. Zeit, sich den Schweiß von der Stirn zu wischen in diesen aufregenden Tagen, in denen sich ein Land hitzefrei vom Sommerloch nimmt.

Peter Burghardt, SZ vom 25./26. Januar 2014

Bild: Florian Gaertner/dpa 27. Januar 2014, 12:052014-01-27 12:05:10 © SZ