Mitten in Absurdistan"Aber Treue ist sowieso unnatürlich"

Eine Münchner Naturfoto-Ausstellung inspiriert zum klärenden Paargespräch. Und in Tunis macht ein Stück Seife Ärger.

Mitten in ... Tunis

Der Hotelmanager ist besorgt. Um den Ruf seines Landes im Allgemeinen, um den Ruf seines Hauses im Speziellen. "Ihr seht uns Tunesier sowieso als ein Synonym für Terror", beklagt er beim Frühstück. Es folgt ein Exkurs in die altägyptische Mythologie: Mit Isis sei nicht das Kürzel gemeint, mit dem der sogenannte Islamische Staat (im Irak und in Syrien) oft bezeichnet werde. Isis, das sei die Gottheit der Magie, nach der könne man getrost eine Seife benennen. Den Hinweis hatte er bereits am Vorabend auf Facebook unter das Foto jener Seife aus seinem Hotel gesetzt, das der Reporter mit dem Kommentar: "Ein Willkommensgruß?" online gestellt hatte. Am Abend liegt im Zimmer ein neues Stück Seife neben dem Waschbecken. Selbe Farbe, selbe Größe - nur der Markenname in der Mitte ist feinsäuberlich mit einem Messer weggekratzt.

Moritz Baumstieger

SZ vom 27. Januar 2017

Bild: Moritz Baumstieger 15. Januar 2017, 13:262017-01-15 13:26:21 © SZ/ihe