Inselhüten in Queensland "Urlaub ist der beste Job der Welt"

Die Erlangerin Mirjam Novak ist in der Endrunde um die Stelle als "Inselranger" in Australien. Wie sie fast 35.000 Mitbewerber ausstach - mit Video.

Interview: K. Riedel

Den "besten Job der Welt" wollten 35.000 Menschen haben, auch die 28-jährige Erlangerin Mirjam Novak. Sie gehört zu den letzten 16 Bewerbern um die Stelle als "Inselranger" in der australischen Region Queensland. Sechs Monate lang soll der Ranger "Insel-Hüpfen", Spaß haben und darüber im Internet ein Video-Tagebuch führen. Dafür gibt es 80.000 Euro.

Queensland

Great Barrier Riff

SZ: Frau Novak, Sie sind auf dem besten Weg, ein halbes Jahr Freizeit in idyllischer Umgebung verbringen zu dürfen. Wie haben Sie die Jury überzeugt?

Novak: Ich habe wie alle ein einminütiges Video gedreht. Darin habe ich die Stellenbeschreibung auf die Schippe genommen. Da steht zum Beispiel, dass man die Fische füttern muss. Also habe ich mich auf einen zugefrorenen See gestellt, ein Loch hineingehackt und Fischfutter in den See geworfen. Das hat der Jury wohl gefallen.

SZ: Sie müssten als Inselranger ein Internet-Blog über Ihre Erlebnisse schreiben. Können Sie das besonders gut?

Novak: Wir letzten 50 in der Auswahl mussten tatsächlich alle einen Aufsatz schreiben. Ich studiere nebenher Geschichte und Englisch. Ich glaube, dass ich das schon gut kann.

SZ: Sie sind außerdem Schauspielerin. Haben Sie nicht ohnehin schon den besten Job der Welt?

Novak: Ja, an sich schon. Aber ein halbes Jahr Urlaub, das ist immer der beste Job der Welt: eine andere Kultur, eine andere Vegetation entdecken. Aber die Schauspielerei war schon immer meine Leidenschaft, auch wenn es durchaus besser laufen könnte.

SZ: Erhoffen Sie sich durch den Wettbewerb eigentlich mehr Rollenangebote?

Novak: Am Anfang gab es ja noch nicht diesen Medienrummel. Es war das Gesamtpaket, das mich interessiert hat. Ich liebe vor allem die Unterwasserwelt, die total schönen Fische, ich habe selber einen Tauchschein, da habe ich nicht an die Schauspielerei gedacht. Und die Bezahlung ist ja auch sehr gut.

SZ: Das kann man sagen. 80.000 Euro fürs Nichtstun, ist das nicht fast schon unmoralisch?

Novak: Vor der Finanzkrise hätte ich vielleicht anders geantwortet. Aber wenn Leute Riesenboni bekommen, obwohl sie die Welt in die Krise gestürzt haben, kann ich nicht sagen, dass meine Bezahlung unfair ist. Aber sie ist schon sehr großzügig.

SZ: Wie bereiten Sie sich jetzt auf die Endrunde vor?

Novak: Ich habe ein Blog gestartet, da übe ich schon mal. Außerdem habe ich mein Sportpensum erhöht und lese viel über Queensland.

SZ: Könnte es im Paradies nicht doch ein bisschen langweilig werden?

Novak: Ich glaube nicht, dass ich faulenzen würde. Es gibt ja über 900 Inseln, außerdem etliche Nationalparks und Regenwälder. Man muss auch seinen eigenen Pool sauber halten und dem "Weddingplanner" helfen, der für Urlauber Hochzeitsfeste auf den Inseln organisiert. Außerdem nehme ich mein Spanischbuch mit, das muss ich aufbessern.

Das Bewerbungsvideo von Mirjam Novak