bedeckt München 16°

Zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz:"Hölle von Hass und Gewalt"

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Zum 70. Jahrestag gedenken KZ-Überlebende und Würdenträger mit Zeremonien in Auschwitz und anderorts den Opfern. Eindrücke von Gedenkfeiern.

9 Bilder

-

Quelle: AFP

1 / 9

Der in Polen geborene und mit 96 Jahren wohl älteste Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, Yehuda Widawski, steht unter einem Zelt, das über dem Eingangstor von Auschwitz-Birkenau errichtet wurde, um an den 70. Jahrestag der Befreiung des Lagers im polnischen Oswiecim zu erinnern. Würdenträger und über 300 Auschwitz-Überlebende versammelten sich hier, um den Opfern zu gedenken und vor einer neuen Welle des Antisemitismus zu warnen.

Survivors Forgacs, Rethazi and Varsanyi from Hungary pose for a picture inside a tent on the site of the former Nazi German concentration and extermination camp Auschwitz-Birkenau near Oswiecim

Quelle: REUTERS

2 / 9

Die Holocaust-Überlebenden Janos Forgacs, Eva Rethazi and Imre Varsanyi (r. nach l.) aus Ungarn.

Bei der internationalen Gedenkfeier wollten rund 300 der inzwischen hochbetagten früheren Häftlinge an die Opfer erinnern, die Auschwitz nicht überlebt haben. Vor Staats- und Regierungschefs sowie Regierungsmitgliedern aus rund 50 Staaten sollten drei ehemalige Auschwitz-Häftlinge stellvertretend für die anderen Überlebenden das Wort ergreifen. Als einziger Politiker sprach Staatspräsident Komorowski.

70th anniversary of KL Auschwitz-Birkenau liberation

Quelle: dpa

3 / 9

"Wir alle müssen uns erinnern", sagte der ehemalige Auschwitz-Häftling Roman Kent. "Wenn Sie, die Führer der Welt, sich erinnern, dann wird anderes Unrecht wie in Darfur, Biafra, Kosovo keinen Platz auf der Erde mehr haben." Überlebende wie er könnten das in Auschwitz Geschehen niemals vergessen, sagte Kent. "Die Schreie der ermordeten Kinder klingen in meinen Ohren, bis ich sterbe." Die Überlebenden könnten nie vergessen - denn dann würde "das Gewissen der Menschheit zusammen mit den Opfern begraben werden."

"Wir alle müssen unsere Kinder Toleranz und Verständnis lehren", forderte Kent, dem stellenweise die Stimme versagte. "Wenn ich könnte, würde ich ein elftes Gebot verfügen: Du sollst kein unbeteiligter Zuschauer sein."

70 anniversary of KL Auschwitz-Birkenau liberation and Internatio

Quelle: dpa

4 / 9

Als Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945 das Lager befreiten, fanden sie dort rund 7500 kranke und entkräftete Häftlinge. Die SS hatte sie zurückgelassen, als sie Zehntausende Gefangene auf Todesmärsche in den Westen zwang.

Der Museumsdirektur des "Museums Auschwitz-Birkenau", Piotr Cywinski (r.), und der US-Filmregisseur Steven Spielberg (l.) nehmen an der Gedenkfeier in Auschwitz-Birkenau teil. Spielberg hat die Stiftung "Righteous Persons Foundation" ins Leben gerufen, um eine jüdische Gemeinschaft zu unterstützen. Dafür wurde er gemeinsam mit anderen Spendern geehrt.

-

Quelle: AP

5 / 9

Die allermeisten Opfer in Auschwitz waren Juden. Aber auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, Polen, Homosexuelle und politische Häftlinge wurden im größten deutschen Vernichtungslager getötet.

Im Bild: Erbgroßherzog Guillaume (Mitte r.) und Erbgroßherzogin Stéphanie von Luxemburg bei der Kranzniederlegung.

70 anniversary of Auschwitz-Birkenau liberation and International

Quelle: dpa

6 / 9

Der Polnische Präsident Bronislaw Komorowski (3. v. l.) und die ehemaligen Auschwitz-Gefangenen Halina Zdunczyk (l.) and Henryk Duszyk (2. v. l.) bei einer Messe im "Zentrum für Dialog und Gebet" im polnischen Oswiecim.

In seiner Rede sagte Komorowski: "Die deutschen Nationalsozialisten haben meine polnische Heimat zum ewigen jüdischen Friedhof gemacht. Auschwitz sei eine "Hölle von Hass und Gewalt" gewesen. Das Konzentrationslager Auschwitz wurde 1940 von den Nationalsozialisten gebaut, über eine Million Menschen wurden hier getötet.

Gedenkstunde zum 70.Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Quelle: dpa

7 / 9

Bundespräsident Joachim Gauck (l. nach r.), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, gedenken den Opfern bei einer Gedenkstunde des Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin.

Russian President Vladimir Putin atInternational Holocaust Rememb

Quelle: dpa

8 / 9

Oberrabbiner von Russland Berel Lazar (r.) zündet bei einer Gedenkfeier im Jüdischen Museum und Zentrum für Toleranz in Moskau eine Kerze an. Neben ihm der russische Präsident Wladimir Putin.

Putin, der bei der Gedenkveranstaltung in Auschwitz nicht dabei war, würdigte auch den großen Beitrag des jüdischen Volkes im Kampf gegen den Faschismus. In Russland gab es zum Teil empörte Reaktionen, dass Putin als Vertreter der Befreier nicht explizit als Ehrengast zum Gedenken in Auschwitz eingeladen worden war.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Quelle: dpa

9 / 9

Mit einem Gedenkakt wurde auch im Bayerischen Landtag an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 70 Jahren erinnert. Dort sprach der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer.

© SZ.de/dpa/RTR/AFP/frdu

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite