Weltklima:Katastrophale Folgen

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11 500 Menschen kamen im vergangenen Jahr durch Wetterextreme wie Stürme, Starkregen oder Dürre ums Leben, so viele wie seit Langem nicht. Die materiellen Schäden sind immens - nicht nur für Entwicklungsländer.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Stürme, Starkregen und Dürren haben nach Zahlen der Entwicklungsorganisation Germanwatch vergangenes Jahr mehr als 11 500 Menschen das Leben gekostet. Durch extremes Wetter sei ein Schaden von 375 Milliarden Dollar entstanden. Das geht aus einem Report hervor, den die Organisation bei der Klimakonferenz in Kattowitz vorgelegt hat. Danach übertrifft 2017 alle Zahlen der jüngeren Vergangenheit. Besonders Puerto Rico habe es hart getroffen, mit fast 3000 Todesopfern durch Hurrikan Maria. "Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagt David Eckstein. Er hatte den Klimarisiko-Index federführend erarbeitet. In der Dominikanischen Republik hatte Maria demnach Schäden angerichtet, die das Bruttosozialprodukt des Inselstaates um mehr als das Doppelte übertrafen. Für die letzten 20 Jahre summierten sich die Schäden auf 3,5 Billionen Dollar, mehr als eine halbe Million Menschen fanden den Tod. Ob der Klimawandel an jeder Unwetterkatastrophe schuld ist, lasse sich schwer nachweisen, räumt Germanwatch ein. Allerdings zeige die Auswertung, wie verwundbar vor allem Entwicklungsländer sind. Sie verzeichnen die meisten Opfer. Für heuer sei wegen der Dürre aber auch in Europa mit hohen Schäden zu rechnen.

Ebenfalls am Rande der Klimakonferenz in Kattowitz stellte die Internationale Energie-Agentur (IEA) einen traurigen Rekord in Aussicht: bei den Emissionen der Industriestaaten. Nach vorläufigen Zahlen dürften die 2018 wieder steigen, um schätzungsweise 0,5 Prozent. Zwar sanken die Emissionen aus Kohlekraftwerken. Dafür nahmen die aus Öl und Gas stärker zu. Erstmals seit fünf Jahren wachsen die klimaschädlichen Emissionen der Industrieländer wieder. "Diese Wende sollte eine weitere Warnung an die Regierungen sein", sagte IEA-Generalsekretär Fatih Birol. Sie müssten sich noch mehr anstrengen, um saubere Alternativen zu fossiler Energie voranzubringen.

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