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Wegwerfprodukte:Zur Kasse, bitte

Die Hersteller müssen sich an der Müllbeseitigung beteiligen.

Mal eben in der Pause einen Salat-to-go verspeisen, am besten im Park, und bitte mit Plastikgabel: Dieser "Ex-und-hopp-Mentalität" hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze nun den Kampf angesagt. Er ist bitternötig, wenn man bedenkt, dass zwei Drittel des Mülls im öffentlichen Raum aus Plastikgeschirr, Plastikbesteck und Plastikbechern bestehen. Die Ankündigung wirkt aber auch wie der panische Versuch, schnell den Eindruck zu erwecken, umweltfreundliche Politik zu machen.

Der Vorstoß der SPD-Ministerin, Hersteller für die Entsorgung des öffentlichen Mülls anteilig zahlen zu lassen, ist im Grunde bloß die Absichtserklärung, eine Richtlinie der EU umzusetzen. Und das ist alles andere als revolutionär. Zumal im Moment weder klar ist, wie viel die Hersteller zahlen müssen, noch wie genau die Abgabe an die Kommunen geleistet werden soll.

Diese Makel ändern jedoch nichts daran, dass das geplante Gesetz begrüßenswert ist. Die Sammlung und Sortierung des Einmalmülls kostet Geld, das im Moment die Allgemeinheit zahlt. Die Idee, diejenigen zur Kasse zu bitten, die für den Plastikmüll verantwortlich sind - sowohl Hersteller, als auch in der Verlängerung die Käufer - ist nur fair. Besser wäre aber, wie Schulze selbst sagt: ein Umdenken auf ganzer Linie.

© SZ vom 13.08.2019
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