Wahlen:Hintergrund: Die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen

Athen (dpa) - Nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl ist Syriza auf einen Koalitionspartner angewiesen. Dem Linksbündnis fehlen mit 149 der 300 Sitze im Parlament zwei Mandate zur absoluten Mehrheit. Sie tut sich nun mit den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (AE) zusammen, die auf 17 Sitze im neuen Parlament kommen.

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Athen (dpa) - Nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl ist Syriza auf einen Koalitionspartner angewiesen. Dem Linksbündnis fehlen mit 149 der 300 Sitze im Parlament zwei Mandate zur absoluten Mehrheit. Sie tut sich nun mit den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (AE) zusammen, die auf 17 Sitze im neuen Parlament kommen.

Beide Parteien hatten sich im Wahlkampf klar gegen die Sparprogramme für das hoch verschuldete Euro-Krisenland ausgesprochen. Übereinstimmung herrschte gegenüber den Geldgebern aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF): Griechenland brauche einen klaren Schuldenschnitt.

Die Unabhängigen Griechen sind eine Abspaltung der konservativen bisherigen Regierungspartei Nea Dimokratia. Parteichef ist der 49 Jahre alte Panos Kammenos. Die Parteiführung der Unabhängigen Griechen sieht das Land „besetzt“ von den Geldgebern. Daher müsse Griechenland „befreit“ werden - und keine Schulden zurückzahlen.

Im Wahlkampf schlugen die Unabhängigen Griechen nationalistische Töne an und forderten unter anderem, Migranten auszuweisen, die sich illegal im Land aufhalten. Syriza hatte sich dagegen deutlich für mehr Zuwanderung ausgesprochen.

Außenpolitisch setzten die Rechtspopulisten auf weitere Konfrontationen: Gegenüber der Türkei solle Griechenland im Streit um Hoheitsrechte in der Ägäis eine harte Linie verfolgen. Auch im Namensstreit mit dem Nachbarland Mazedonien dürfe Athen nicht nachgeben. Da sie die nordgriechische Provinz Mazedonien als einzig legitimen Träger dieses Namens betrachten, müsse sich der Nachbarstaat umbenennen.

Parteichef Kammenos hat sich in der Vergangenheit zudem im Gegensatz zu Syriza-Chef Tsipras sehr religiös und der orthodoxen Kirche verbunden gezeigt.

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