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Verfassungsschutz-Daten:Immer mehr Neonazis zu Gewalt bereit

Die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2010 waren es nach Angaben des Verfassungsschutzes 5600 - doppelt so viele wie vor zehn Jahren.

Die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten in Deutschland ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Verfassungsschutzes deutlich gestiegen. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, die gewaltbereite Neonazi-Szene sei 2010 um 600 auf 5600 Anhänger gewachsen. Im Jahr 2000 waren es nach Angaben Fromms noch 2200 Neonazis.

"Auch die Autonomen Nationalisten, die bei Aufmärschen immer wieder durch Gewalt in Erscheinung treten, haben unverändert Zulauf", sagte der Chef des Verfassungsschutzes. "Bei dieser Gruppe war im vergangenen Jahr ein Anstieg von zuvor 800 auf 1000 Personen zu verzeichnen."

Die Gesamtzahl der Rechtsextremisten in Deutschland sei aber rückläufig: Die Zahl sei 2010 um 1600 Anhänger auf knapp 25.000 zurückgegangen, sagte Fromm. Auch der Mitgliederverlust bei der NPD setzt sich demnach fort. "Die Partei hat Ende 2010 noch 6600 Mitglieder gehabt. Das sind 300 weniger als im Jahr zuvor und 600 weniger als zu den besten Zeiten der NPD im Jahr 2007."

Auch die Fusion mit der rechtsextremen DVU werde nicht zu einer nennenswerten Erhöhung des Mitgliederbestandes führen, sagte Fromm. Gleichwohl dürfe die Aktionsfähigkeit der NPD nicht unterschätzt werden. Die NPD sei "handlungsfähig", verfüge über Strukturen im kommunalen Bereich und werde wieder mit Unterstützung von Neonazis rechnen können.

© sueddeutsche.de/AFP/dapd/juwe/segi
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