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USA:"Unterhosenbomber" Abdulmutallab muss lebenslang in Haft

In seiner Unterhose schmuggelte Umar Farouk Abdulmutallab an Weihnachten 2009 eine Bombe, um ein Flugzeug in die Luft zu sprengen. Nun ist der Nigerianer zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Vor Gericht gestand der 25-Jährige die Tat, zeigte jedoch keine Reue.

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der an Weihnachten 2009 ein US-Passagierflugzeug in die Luft sprengen wollte, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Bundesgericht in Detroit begründete das Urteil mit der großen Gefahr, dass Abdulmutallab erneut einen Anschlag verüben wolle.

Umar Farouk Abdulmutallab, Nancy Edmonds

"Stolz, im Namen Gottes zu töten": Umar Farouk Abdulmutallab vor Richterin Nancy Edmunds in Detroit.

(Foto: AP)

Vor der Urteilsverkündung sagte der 25-Jährige, er sei "stolz, im Namen Gottes zu töten". Richterin Nancy Edmunds erklärte nach einem Bericht der Detroit Free Press, dass der Angeklagte keine Reue über seine Tat gezeigt habe. Abdulmutallab hatte sich vor Gericht für schuldig erklärt, sich allerdings gegen eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen.

"Ich glaube, dass der Angeklagte nach wie vor eine dauerhafte Bedrohung der Sicherheit von US-Bürgern weltweit darstellt", erklärte Edmunds weiter. Abdulmutallab hatte in seiner Unterhose eine Bombe an Bord eines Fluges von Amsterdam nach Detroit geschmuggelt, die Zündung schlug aber fehl. An Bord der Maschine befanden sich 289 Menschen.

Im Prozess wurden auch mehrere Passagiere angehört, die schilderten, wie der vereitelte Anschlag ihr Leben verändert habe. Sie berichteten von Flugangst und beständigen Albträumen.

Abdulmutallab stand mit dem radikalen Prediger Anwar al-Aulaqi in Kontakt, der als führender Kopf des Terrornetzwerks al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel galt, bis er bei einem US-Drohnenangriff im Jemen ums Leben kam.

Dem Gericht erklärte der Nigerianer, er sei zwar nach US-Recht schuldig. Nach islamischem Recht träfe ihn aber keine Schuld. Gegen die USA in einen Heiligen Krieg zu ziehen, sei eine tugendhafte Handlung für einen Muslim.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/hai/sebi
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