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Unicef:Unzufriedene Kinder

In den reichen Industrieländern bleibt die Kluft zwischen armen Kindern und denen aus der Mitte der Gesellschaft groß. Die Folge: Unglück.

Wie geht es Kindern in Deutschland, die am meisten zu kämpfen haben? Kindern, die benachteiligt sind, weil das Familieneinkommen niedrig, die Bildungsmöglichkeiten und die Gesundheitsvorsorge gering sind? Ein Bericht des Kinderhilfswerks Unicef zeigt, dass diese zehn Prozent vom unteren Rand ihren Altersgenossen in der Mitte der Gesellschaft vor allem dabei hinterherhinken, was die Zufriedenheit mit ihrem Leben betrifft. Im Schnitt sind sie zu 29,5 Prozent unzufriedener. Deutschland landet damit unter 35 Staaten auf dem hinteren Platz 29. Die Kluft zwischen den Einkommen ist dagegen relativ stabil geblieben: Deutschland liegt hier im oberen Drittel auf Platz zwölf von 41 verglichenen reichen Industriestaaten. Über alle Kriterien hinweg hat Deutschland beim Messen der ungleichen Lebensbedingungen für Kinder einen Platz im oberen Mittelfeld. Es teilt sich in einer Rangliste von 35 Ländern den 14. Platz mit Griechenland, Ungarn und England. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Studie ist die Ungleichheit beim Kindeswohl seit dem Jahr 2000 in den meisten Industrieländern gewachsen. In 19 von 41 Industrieländern lebt inzwischen mehr als jedes zehnte Kind in einem Haushalt, dem weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens zur Verfügung steht.

© SZ vom 15.04.2016

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