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UN-Klimakonferenz:Das Gefährliche im Guten

Nach den vielen Demonstrationen für den Klimaschutz debattierten nun die UN über Maßnahmen zum Schutz der Erde. Zum Glück. Doch allen muss klar sein, dass Klimaschutz kein Sprint, sondern ein Marathon ist.

Von Stefan Braun

Ja, das alles ist gut. Es ist gut, dass immer mehr Frauen und Männer, Wählerinnen und Schüler, Managerinnen und Studenten über die Rettung des Klimas nachdenken. Es ist sehr gut, dass Hunderttausende eine Antwort der Politik einfordern. Und es ist besonders gut, dass in dieser Woche auch auf höchster Ebene, der Ebene der Vereinten Nationen, über nötige Maßnahmen zur Rettung des Planeten gesprochen wird. Trotz aller Leugner und Gegner - die Welt ist aufgewacht im Kampf um ihr Überleben.

Umso wichtiger ist es, mit der neuen Leidenschaft nicht gleich auch eine neue Enttäuschung heraufzubeschwören. Obwohl viel Zeit verloren gegangen ist - auch jetzt wird nicht alles plötzlich ganz schnell gehen. Es wird Zeit brauchen. Es wird dauern, weil bei den Vereinten Nationen noch immer einige besonders wichtige Staaten blockieren; weil sich in Deutschland und Europa etliche Menschen vor einer Änderung ihres Lebens fürchten; und weil Beschlüsse eines Klimakabinetts einen langen Weg vor sich haben, bis sie Wirkung entfalten.

Es wird also Enttäuschungen geben. Es wird Geduld nötig sein und Durchhaltevermögen. Nichts wäre riskanter für den derzeitigen Schwung, als nach Rückschlägen gleich vom Scheitern zu reden. Klimarettung ist kein Sprint; es wird eine Marathonaufgabe.

© SZ vom 24.09.2019

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