Tunesien Mindestens zehn Tote bei Polizei-Einsatz

In der tunesischen Stadt Sidi Bouzid ist es zu Ausschreitungen gekommen. Mindestens acht Sicherheitsbeamte und zwei radikale Islamisten wurden getötet. Auch in der Hauptstadt Tunis gehen Tausende auf die Straße.

Bei einem Einsatz der tunesischen Sicherheitskräfte sind am Mittwoch mindestens acht Polizisten und zwei radikale Islamisten getötet worden. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen und dem Staatsfernsehen in der Stadt Sidi Bouzid, die als Geburtsstätte des Arabischen Frühlings gilt.

In der Hauptstadt Tunis gingen außerdem Tausende Menschen auf die Straße, um den Rückzug der Regierung unter Führung der gemäßigt-islamischen Ennahda-Partei zu fordern. Diese hat sich bereits zum Rücktritt bereiterklärt. Bis zu Neuwahlen soll eine Allparteienkoalition das Land führen.

Viele Demonstranten werfen der Ennahda vor, nicht hart genug gegen radikale Islamisten vorzugehen, die für die Ermordung zweier Oppositionspolitiker verantwortlich sein sollen.

Die Extremisten sind seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali erstarkt. Vor wenigen Tagen hatten Sicherheitskräfte zehn von ihnen an der Grenze zu Algerien getötet.