Treffen in Äthiopien:Rivalen im Südsudan wollen Regierung bilden

Die beiden südsudanesischen Konfliktparteien haben sich auf die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt. Das könnte ein Schritt in Richtung eines friedlichen Südsudan sein - zuletzt hatte sich der Bürgerkrieg trotz Waffenruhe verschärft.

Die Konfliktparteien im Südsudan haben sich bei Gesprächen in Äthiopien auf die Bildung einer Übergangsregierung binnen 60 Tagen geeinigt. Dies teilte die ostafrikanische Regionalorganisation IGAD mit, die in dem Konflikt vermittelt. Die Entscheidung fiel bei einem Treffen von Präsident Salva Kiir und seinem Widersacher Riek Machar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die beiden Politiker kamen am Rande eines IGAD-Gipfeltreffens in der Nacht zum Mittwoch zusammen.

Ein am 9. Mai unter internationaler Vermittlung vereinbarter Waffenstillstand zwischen Rebellen und Regierungstruppen wurde wiederholt gebrochen, so dass sich der Bürgerkrieg in dem jungen Staat zuletzt weiter verschärft hat. Bei der Eröffnung des Gipfels warf der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn beiden Seiten die wiederholte Verletzung des Waffenstillstands vor und kritisierte, es gebe im Südsudan eine Tendenz zur Fortsetzung des Krieges. Allerdings hätten sowohl Kiir als auch Machar erneut versichert, dem Frieden verpflichtet zu sein, sagte er. Medienberichten zufolge drohten die IGAD-Staaten mit Sanktionen, sollten die Kämpfe weitergehen.

Der schon seit Jahren schwelende Machtkampf zwischen Kiir und Machar war Mitte Dezember eskaliert, als Kiirs früherer Stellvertreter Machar zu den Waffen griff. Die politische Rivalität zwischen den beiden Politikern wird dadurch verschärft, dass Kiir der Volksgruppe der Dinka, Machar aber der Volksgruppe der Nuer angehört.

Der Südsudan hatte erst Mitte 2011 nach einem jahrzehntelangen blutigen Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Seit Beginn der Kämpfe Mitte Dezember wurden Tausende Menschen getötet. Mehr als 1,2 Millionen Zivilisten befinden sich auf der Flucht, laut der Uno droht eine Hungersnot.

© SZ.de/dpa/AFP/joba/sebi
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