Syrien Assad bremst UN-Chemiewaffenexperten

Differenzen mit Damaskus bremsen den Start der UN-Überprüfung mutmaßlicher Chemiewaffeneinsätze in Syrien.

Differenzen mit Damaskus bremsen den Start der UN-Überprüfung mutmaßlicher Chemiewaffeneinsätze in Syrien. Es gebe eine Verzögerung, sagte ein UN-Diplomat am Montag. Die Experten pochten auf Versicherungen der Regierung über die Vor-Ort-Bedingungen ihrer Untersuchung, doch seien die Versicherungen noch nicht gegeben. "Wir arbeiten noch an den logistischen Herausforderungen", sagte der stellvertretende UN-Sprecher Eduardo del Buey. Nach ursprünglicher Planung sollte das Team um den Schweden Ake Sellström spätestens am Wochenende von Den Haag nach Damaskus aufgebrochen sein, um an drei Orten Vorwürfe des Chemiewaffeneinsatzes zu überprüfen. Ein neues Datum wurde am Montag nicht genannt. Im vergangenen Monat hatte Syriens Staatschef Baschar al-Assad der UN-Mission grundsätzlich zugestimmt. Das UN-Team soll indes nur prüfen, ob tatsächlich Nervengas oder andere C-Waffen eingesetzt wurden, und nicht, wer sie eingesetzt hat. Regierung und Opposition werfen sich gegenseitig vor, im Bürgerkrieg zu den geächteten Waffen gegriffen zu haben. Ein Ort, der überprüft wird, ist Chan al-Assal nahe der Metropole Aleppo. Dort sollen nach Regierungsangaben Aufständische am 19. März mit Nervengas 26 Menschen getötet haben. Die beiden weiteren Orte werden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Die syrische Opposition hat der UNO ihre volle Kooperation zugesichert. Die Vereinten Nationen haben Berichte über insgesamt 13 mutmaßliche Chemiewaffenangriffe erhalten, unter anderem aus den USA, Frankreich und Großbritannien.