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Rheinland-Pfalz:SPD diskutiert doch mit AfD

Nun findet sie doch statt - die Elefantenrunde im SWR . Nur die Ministerpräsidentin hat nach wie vor keine Lust.

Von Susanne Höll

Die rheinland-pfälzische SPD vollzieht eine Volte bei ihrem hoch umstrittenen AfD-Fernsehboykott und schickt nun doch einen Vertreter in eine SWR-Diskussion der Spitzenkandidaten vor der Landtagswahl am 13. März. Die ursprünglich geplante Runde mit SPD, CDU, Grünen, FDP, AfD und Linkspartei werde stattfinden, teilte der SWR mit. Die Sozialdemokraten werden ihren Landesvorsitzenden und Innenminister Roger Lewentz in die Sendung schicken, weil Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen TV-Auftritt mit einem AfD-Vertreter nach wie vor strikt ablehnt. In der Landes-SPD wurden zwei Gründe für diesen Kurswechsel genannt. Zum einen habe es die Sorge gegeben, dass diese "Elefantenrunde" drei Tage vor der Wahl womöglich mit einem leeren SPD-Stuhl stattgefunden und die Partei Stimmen gekostet hätte. Außerdem drängte der grüne Koalitionspartner zu dieser Sendung. Die Grünen können nach Umfragen derzeit nur auf sieben Prozent Zustimmung zählen und wollen deshalb jedwedes landesweite Podium für ihre Wahlpräsentation nutzen. Lewentz, der auf Platz vier der Landesliste kandidiert, gerät mit dieser Entscheidung in eine unangenehme Lage. Er hatte Dreyers Haltung zu TV-Auftritten vehement gerechtfertigt, der AfD in Teilen rechtsextremes Gedankengut vorgeworfen und gewarnt, man dürfe diese Partei keinesfalls durch gemeinsame Wahl-Diskussionsrunden aufwerten.

© SZ vom 28.01.2016

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