"Republikaner"-Gründer Franz Schönhuber gestorben

Er galt zunächst als angesehener Journalist und Strauß-Spezl, wandelte sich dann zum Rechtsradikalen und schreckte zwischenzeitlich die CSU auf. Nun ist der 82-Jährige einer Embolie erlegen.

Von Peter Fahrenholz

Franz Schönhuber, einer der Mitbegründer der rechtsradikalen "Republikaner", ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Nach Angaben ehemaliger Parteifreunde starb Schönhuber in der Nacht zum Sonntag an einer Lungenembolie in Folge einer verschleppten Grippe. Schönhuber gehörte als Hauptabteilungsleiter des Bayerischen Rundfunks lange Jahre zum bayerischen Polit-Establishment.

Franz Schönhuber im September 2005

(Foto: Foto: AP)

Mit seiner Fernsehsendung "Jetzt red i" wurde er zu einem der bekanntesten Journalisten Bayerns. Er pflegte enge Kontakte zur CSU und gehörte zum legendären "Franzens Club", einem Kreis bayerischer Lokalgrößen im Umfeld des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Mit seinem 1981 veröffentlichten Bekenntnisbuch "Ich war dabei", mit dem Schönhuber seine Zeit bei der Waffen-SS beschrieb und nach Einschätzung zahlreicher Kritiker den Nationalsozialismus verharmloste, fiel Schönhuber jedoch in Ungnade. Die CSU distanzierte sich von ihrem einstigen Günstling, im April 1982 wurde er vom Bayerischen Rundfunk entlassen.

Ein Jahr später begann dann seine politische Karriere. Gemeinsam mit den beiden aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Franz Handlos und Ekkehard Voigt gründete Schönhuber die "Republikaner". Seine beiden Kompagnons drückte Schönhuber schon bald zur Seite und wurde alleiniger Vorsitzender. 1989 zog Schönhuber für die "Republikaner" ins Europaparlament ein, 1990 wurde er von seinen Parteifreunden ausgeschlossen, riss die Parteiführung jedoch schon wenig später wieder an sich.

Zum endgültigen Bruch kam es 1994. Weil Schönhuber offen die Zusammenarbeit mit der DVU des Verlegers Gerhard Frey suchte, wurde er abgesetzt und trat 1995 aus der Partei aus. Ein spätes politisches Comeback erlebte Schönhuber, als er bei der Nachwahl in Dresden für die NPD antrat, deren Kandidatin kurz vor der Wahl gestorben war.

In ihrer politischen Blütezeit in den achtziger und frühen neunziger Jahren waren die "Republikaner" für die CSU ein Problem. Vor allem der damalige Ministerpräsident Max Streibl liebäugelte damit, die "Republikaner" mit einer Umarmungsstrategie aufzusaugen. Dem widersetzte sich aber der damalige CSU-Chef Theo Waigel energisch. Unterstützt wurde er von Edmund Stoiber und Alois Glück. Die CSU blieb bei ihrem strikten Abgrenzungskurs.