Reaktionen auf Tod von König Abdullah:Merkel drückt tiefes Mitgefühl aus

  • Kanzlerin Merkel lobt Klugheit und Weitsicht des verstorbenen Königs Abdullah von Saudi-Arabien.
  • US-Präsident Barack Obama lobt Abdullah als aufrichtigen und mutigen Monarchen.
  • Russlands Präsident Putin würdigt Abdullah als "weisen Staatsmann".
  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte den Monarchen für seinen Einsatz für den Frieden im Nahen Osten.
  • Kritische Töne kommen vom Twitter-Konto des inhaftierten Bloggers Raif Badawi.

Merkel lobt Abdullah für "behutsame Modernisierung seines Landes"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Saudi-Arabien zum Tod von König Abdullah kondoliert und dem Monarchen für "seine ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten (...) Respekt und Anerkennung" gezollt. Wie das Bundespresseamt am Freitag mitteilte, sprach Merkel in einem Kondolenztelegramm dem neuen König Salman Ibn Abdelasis ihr "tief empfundenes Mitgefühl" aus. Weiter schrieb die Kanzlerin über Abdullah: "Mit Klugheit, Weitsicht und großem persönlichen Einsatz ist er für eine behutsame Modernisierung seines Landes und für den Dialog der islamischen Welt mit dem Westen eingetreten."

President Obama on the death of King Abdullah bin Abdulaziz. pic.twitter.com/8wXmZp6EGU

— The White House (@WhiteHouse) 23. Januar 2015 " />

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte insbesondere Abdullahs Arbeit zur Verständigung zwischen den Religionen. "Als treibende Kraft hinter der arabischen Friedensinitiative hat König Abdullah ein handfestes Erbe hinterlassen, dessen Ziel Frieden in Nahost ist."

Putin würdigt Abdullah als "weisen Staatsmann"

Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete König Abdullah als "weisen und kontinuierlichen Staatsmann und Politiker": "Seine Hoheit hat viel getan für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung", schrieb Putin Kremlangaben zufolge an das Königreich. Der russische Präsident hob außerdem hervor, dass Abdullah sich auf "verschiedenen Ebenen" um den internationalen Anti-Terror-Kampf sowie für eine "gerechte Regulierung des arabisch-israelischen Konflikts" verdient gemacht habe.

Das Verhältnis Russlands zu Saudi-Arabien gilt als angespannt. Zuletzt vermutete Russland hinter dem Ölpreisverfall eine Absprache des Königreichs mit den USA, um der russischen Wirtschaft zu schaden.

Obama lobt König Abdullah als mutigen und ehrlichen Monarchen

US-Präsident Barack Obama hat den verstorbenen König als aufrichtigen und mutigen Führer gelobt. "Die Nähe und Stärke der Partnerschaft zwischen unseren zwei Ländern ist Teil von König Abdullahs Vermächtnis", teilte Obama mit. Er habe an die Wichtigkeit der US-saudischen Beziehungen als Kraft für Stabilität und Sicherheit im Nahen Osten und darüber hinaus geglaubt. Obama lobte die "echte und warme Freundschaft", die die beiden Staatsmänner verbünde. Der Familie des verstorbenen Königs und dem Volk Saudi-Arabiens sprach Obama sein Beileid aus.

Die USA und Saudi-Arabien sind seit 1945 fest miteinander verbündet. Im Kalten Krieg blieb das Königreich der wichtigste Partner in der arabischen Welt. Saudi-Arabien beteiligt sich auch an den Luftschlägen gegen Stellungen des Islamischen Staats (IS) in Syrien.

Frankreichs Präsident François Hollande würdigte Abdullah als Mann, "dessen Arbeit die Geschichte seines Landes zutiefst geprägt" habe. In einer vom Élysée verbreiteten Erklärung lobte Hollande zudem Abdullahs "Vision eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten".

Bahrain ruft 40-tägige Trauerzeit aus

Die Führer der arabischen Welt reagierten mit Trauer und Beileidsbekundungen. Der König des benachbarten Bahrain, Scheich Hamad, nannte den verstorbenen Monarchen einen weisen Herrscher, der sein Leben seinem Volk, der Nation, der Religion und der Menschlichkeit gewidmet habe, wie die Bahrain News Agency berichtete. Bahrain erklärte zudem eine 40-tägige Trauerzeit. Das Königreich ist ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens.

Nur zwei Sätze zu Abdullahs Tod in Syrien

Auch andere Regierungen riefen Trauerzeiten aus. In Jordanien soll sie 40 Tage dauern, in Ägypten sieben Tage, in den Vereinigten Arabischen Emiraten drei Tage. Der Emir von Kuwait, Scheich Sabah, erklärte, mit Abdullah habe die Welt "einen ihrer großen Männer" verloren. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete hingegen den Tod Abdullahs nur in zwei Sätzen. Der verstorbene Monarch war einer der schärfsten Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

Leise Kritik auf Twitter in Saudi-Arabien

Es gab allerdings auch kritischere Töne: Über das Twitter-Konto des inhaftierten Bloggers Raif Badawi wurde der Kommentar verbreitet: "Gott vergebe ihm und sei ihm gnädig." Der 30-jährige Badawi war zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islams kritisiert hatte.

Vorsichtige Kritik kam auch von den Aktivistinnen, die dafür kämpfen, dass das Autofahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien aufgehoben wird. Zwar posteten sie ein Foto des verstorbenen Monarchen, jedoch fügten sie auch Fotos der Aktivistinnen Ludschain Hathlul und Maisaa Alamudi hinzu, die seit Anfang Dezember in Haft sind. Der Kommentar der Frauenrechtlerinnen lautete: "Für alle Kreaturen, ob groß oder klein - nichts bleibt, als Deine Taten und Dein Grab - und nur Gott bleibt für immer."

© dpa/AFP/hai/jana
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