Politiker, Verleger, Multimillionär DVU-Gründer Gerhard Frey gestorben

Eine der schillerndsten Figuren der rechtsextremen Szene Deutschlands ist tot: Der Verleger, Politiker und Multimillionär Gerhard Frey verstarb im Alter von 80 Jahren in München. Mit der von ihm gegründeten DVU gelang der Sprung in diverse Landesparlamente.

Der Mitbegründer der Deutschen Volksunion (DVU), Gerhard Frey, ist tot. Er starb nach kurzer Krankheit bereits am vergangenen Dienstag in seinem Haus in Gräfelfing bei München. Das teilte Freys Sohn mit. Der Verleger, Politiker und Multimillionär wurde 80 Jahre alt.

Frey galt als schillernde Figur der rechtsextremen Szene und war bis zuletzt Herausgeber der in München erscheinenden National-Zeitung. 1987 gründete er die DVU, die von Beginn an vom Verfassungsschutz beobachtet wurde und deren Vorsitzender Frey bis zum Jahr 2009 blieb.

12,9 Prozent bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt

Schlagzeilen machte die Partei, als ihr mit ausländerfeindlichen Parolen der Sprung in diverse Landesparlamente gelang, so unter anderem in Bremen und Brandenburg. Geradezu spektakulär waren die 12,9 Prozent, die der DVU 1998 im Landtag von Sachsen-Anhalt 16 Sitze bescherten.

Frey suchte mit der DVU immer wieder die Nähe zur NPD, auch wenn das Verhältnis der beiden rechtsextremen Parteien nicht zuletzt wegen Führungsrivalitäten als angespannt galt. 2010 beschloss ein NPD-Parteitag eine Verschmelzung mit der DVU. Im Jahr darauf stoppte ein Gericht nach Klagen von DVU-Landesverbänden die Fusion.

Nach seinem Rückzug vom DVU-Vorsitz 2009 machte Frey vor allem wegen juristischer Auseinandersetzungen um seinen Waffenschein Schlagzeilen. Das bayerische Innenministerium bestritt Frey wegen dessen verfassungsfeindlicher Aktivitäten das Recht auf einen Waffenschein. Vor Verwaltungsgerichten war jedoch Frey erfolgreich.

Herausgeber und Chefredakteur der National-Zeitung

Geboren wurde Frey 1933 in Cham in der Oberpfalz als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften und promovierte über "Die Handelsverflechtung Österreichs mit Deutschland", bevor Volontär der Passauer Neuen Presse wurde.

Nach zunächst freier Mitarbeit bei der Deutschen Soldaten-Zeitung, die 1963 in Deutsche National-Zeitung umbenannt worden war, wurde er 1959 erst deren Herausgeber, Chefredakteur, ab 1960 schließlich vollständiger Eigentümer. Seitdem hat Frey versucht, die National-Zeitung zum bundesweiten Zentralorgan rechtsextremistischer Parteien und Verbände zu machen.