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Politik kompakt:Suu Kyi will System von innen verändern

Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi schließt eine Zusammenarbeit mit der Militärjunta nicht aus, die sie 15 Jahre in Gefangenschaft gehalten hat. "Aber wir müssen darüber reden, wie wir einen gleichmäßigen Übergang bewirken können und in wie vielen Schritten. Wir sagen nicht, dass wir kein Militär mehr sehen wollen", sagte die Friedensnobelpreisträgerin zu Reuters in einem Telefoninterview am Freitag. Sie ziehe deutliche Veränderungen einem dramatischen Wandel vor. "Drama ist nicht immer der beste Weg", betonte sie.

Suu Kyi feuert Anhänger zu Einsatz für Demokratie an

Kann sich nun vorstellen, das System gemeinsam mit der Militär-Junta zu verändern: Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.

(Foto: dpa)

Suu Kyi verbrachte 15 der vergangenen 21 Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest. Seit rund einer Woche ist die Symbolfigur der birmanischen Opposition wieder frei. Nach fast einem halben Jahrhundert Militärherrschaft müsse die Armee nun eine neue, "ehrenhafte" Rolle annehmen, sagte Suu Kyi. Sie brauche aber Hilfe, um die Generäle an den Verhandlungstisch zu holen. Eines der größten Probleme des rohstoffreichen Landes sei die Vetternwirtschaft, sagte sie.

Ihre Unterstützung der westlichen Sanktionen gegen Birma will die Politikerin überdenken. Sie wolle herausfinden, ob die Sanktionen dem Volk geschadet hätten, sagte Suu Kyi. Suu Kyi kam eine Woche nach der Parlamentswahl frei, die nach Angaben der Opposition von Betrug und Manipulation gekennzeichnet war. Ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte sich nicht an der Abstimmung beteiligt und war deshalb von der Militärjunta aufgelöst worden. 1990 hatte die NLD eine Parlamentswahl haushoch gewonnen, die Junta ignorierte das Ergebnis jedoch.

(rtr)