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Politik kompakt:Jemens ehemaliger Präsident provoziert die Opposition

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih sorgt in Jemen mit öffentlichen Auftritten für neue Aufregung. Zwei Tage nach der Vereidigung seines Nachfolgers Abd Rabbo Mansur Hadi erschien Salih zu einer Machtübergabe-Zeremonie mit dem neuen Präsidenten. Die Feier wurde im staatlichen Fernsehen übertragen. Salih sagte, er lege die Verantwortung nun "in sichere Hände".

Oppositionelle hatten vor der Zeremonie erklärt, wenn Salih gemeinsam mit dem neuen Präsidenten auftrete, sei dies ein Zeichen dafür, dass es in Jemen keinen demokratischen Neuanfang gebe. Zehntausende Demonstranten forderten, Salih für die blutigen Unruhen zur Verantwortung zu ziehen, die ihn im vergangenen Jahr zur Machtabgabe gedrängt hatten. Nach Angaben von Vertrauten will der Ex-Machthaber nun Exil in Äthiopien beantragen.

Hadi, der unter Salih viele Jahre lang als Vizepräsident gedient hatte, war in der vergangenen Woche zum Übergangspräsidenten gewählt worden. Dies hatte die neue Einheitsregierung beschlossen, der sowohl die großen Oppositionsparteien als auch die immer noch von Salih geleitete Partei Allgemeiner Volkskongress angehören.

Ein Teil der Protestbewegung lehnt diese Vereinbarung ab, die Salih und seiner Familie auch Immunität garantiert. Am vergangenen Wochenende war in der Stadt Mukalla eine Autobombe explodiert. Im Süden gab es Gefechte mit Al-Kaida-Terroristen.

(dpa)