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Politik kompakt:Frauen gegen Berlusconi

"Die Grenzen des Anstands sind überschritten": In 230 Städten Italiens demonstrierten vor allem Frauen gegen die Politik von Premier Silvio Berlusconi. Die Organisatorinnen sprechen von einer Million Menschen.

In 230 Städten Italiens haben am Sonntag Frauen gegen die Politik von Premier Silvio Berlusconi demonstriert und ihren Unmut über ein weithin verbreitetes Frauenbild ausgedrückt. Nach Angaben der Organisatorinnen sind eine Million Menschen den Aufrufen gefolgt.

Die Demonstrationen sollten keinem politischen Lager zugeordnet werden, deshalb waren keine Parteisymbole oder Gewerkschaftsfahnen auf den Plätzen zu sehen. Auf zahlreichen Plakaten und Bannern wurde aber der Rücktritt des Premiers gefordert.

"Wann, wenn nicht jetzt", war das Motto der Kundgebungen, die von Frauenorganisationen und über Internetforen in den letzten zwei Wochen organisiert wurden. Die Grenzen des Anstands seine überschritten, war auf vielen Plätzen zu hören.

Anlass der Proteste waren Enthüllungen aus dem Privatleben des Ministerpräsidenten. Den Ermittlungsakten der Mailänder Staatsanwaltschaft zufolge, ließ sich Berlusconi mindestens ein Dutzende junge Frauen gegen Bezahlung zu seiner Unterhaltung in sein Privathaus bringen.

Ihm droht nun ein Prozess wegen Prostitution Min-derjähriger und Amtsmissbrauchs. Zahlreiche Rednerinnen jeden Alters aus Politik und Kultur, aber auch Ordensschwestern haben bei den Kundgebungen am Sonntag das Wort ergriffen. Sie forderten eine Politik der Chancengleichheit und ein Ende des sexistischen Umgangs mit Frauen, für den Berlusconi steht.

(bac)

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