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Politik kompakt:Chamenei lobt Obamas Willen zur Diplomatie

Der religiöse Führer Irans hat den Plan von US-Präsident Obama, im Atomstreit auf eine diplomatische Lösung zu setzen, gewürdigt. Chamenei fügte jedoch an, Obama halte mit seinem Denken über die iranische Bevölkerung an "Illusionen" fest. Israel soll unterdesssen bei den USA nach bunkerbrechenden Bomben angefragt haben.

Der oberste politische und religiöse Führer Irans die Position von US-Präsident Barack Obama gewürdigt, im Atomstreit auf eine diplomatische Lösung zu setzen. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna zitierte Ajatollah Ali Chamenei mit den Worten: "Wir haben vor zwei Tagen gehört, dass der US-Präsident sagte, sie würden nicht über einen Krieg mit Iran nachdenken." Das seien gute Worte.

Chamenei ruft zur Einhaltung der Gesetze auf

Irans religiöser Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die Haltung von US-Präsident Barack Obama gegenüber Teheran - teilweise - gewürdigt.

(Foto: dpa)

Zugleich kritisierte Chamenei aber Obamas Festhalten an Strafmaßnahmen. "Er sagte, dass er das iranische Volk mit Sanktionen in die Knie zwingen will. Dieser Teil seiner Äußerungen zeigt, dass er an Illusionen festhält." Obama hatte in einem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davon gesprochen, dass es noch Raum für Diplomatie gebe.

Bei diesem Treffen hat Israel die USA angeblich um die Lieferung von militärischem Material gebeten, das für einen Militärschlag gegen Iran notwendig ist. In israelischen Regierungskreisen wurde laut der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, dass im Umfeld der Gespräche von Netanjahu und Obama die Anfrage nach schweren bunkerbrechenden Bomben und nach Tankflugzeugen an die US-Regierung gestellt worden sei. Beides benötigt Israel, um einen erfolgversprechenden Angriff auf die iranischen Atomanlagen unternehmen zu können.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland gingen unterdessen auf ein Angebot von Iran ein, die seit mehr als einem Jahr auf Eis liegenden Atomgespräche wieder aufzunehmen. Sie forderten Iran aber zu einem "ernsthaften Dialog" auf.

Außerdem erwarten die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland von Teheran, den Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Zugang zu der Militäranlage in Parchin zu gewähren. "Wir fordern Iran dringend auf, seine Versprechen, Zugang zu Parchin zu gewähren, einzulösen". Iran hatte IAEA-Abgesandten wiederholt den Zugang zu der verdächtigen Militäranlage verweigert, in der möglicherweise Tests mit Atomsprengköpfen simuliert wurden.

(Reuters/dpa)