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Chinesischer Dissident:Fang Lizhi im US-Exil gestorben

Er galt als Vordenker der Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking: Jetzt ist der chinesische Dissident Fang Lizhi in seinem Exil im US-amerikanischen Bundesstaat Arizona gestorben. Er wurde 76 Jahre alt.

Im US-Exil ist der chinesische Dissident, Fang Lizhi, gestorben. Das berichtete die New York Times unter Berufung auf Fangs Sohn, Fang Ke. Demnach starb der 76-Jährige bereits am Freitag in Tucson (US-Staat Arizona). Die Todesursache blieb zunächst unbekannt.

Chinese dissident Fang Lizhi

Fang Lizhi bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo 2010.

(Foto: dpa)

Der als brillant geltende Astrophysiker, einst loyales Mitglied der kommunistischen Partei Chinas, wandelte sich zu einem der weltweit berühmtesten Regimekritiker. Sein offener Aufruf an den damaligen chinesischen Machthaber Deng Xiaoping Anfang 1989 inspirierte die prodemokratische Studentenbewegung, deren Proteste chinesische Truppen dann am 4. Juni des selben Jahres auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit Panzern blutig niederwalzten. Der von Verhaftung bedrohte Fang suchte Zuflucht in der US-Botschaft in Peking.

Die New York Times erinnerte daran, wie ihm der damalige Präsident George Bush Senior Asyl gewährte. Aber erst im Sommer 1990, nach einjährigem diplomatischen Tauziehen, ließ die chinesische Führung Fang ausreisen. Er lehrte später als Physik-Professor an der Universität von Arizona und machte sich bis zuletzt für die Menschenrechte stark.

© Süddeutsche.de/dpa/mane
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