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Pflanzengift:Aus für Glyphosat in Deutschland bis 2021

Das Pflanzengift Glyphosat soll laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) noch in dieser Legislaturperiode aus dem Verkehr gezogen werden.

Das umstrittene Pflanzengift Glyphosat soll laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Deutschland noch in dieser Legislaturperiode aus dem Verkehr gezogen werden. Grundsätzlich müsse dieser systematische und schrittweise Ausstieg dann vollendet sein, sagte Hendricks auf einem Agrarkongress ihres Ministeriums in Berlin. Die aktuelle Wahlperiode endet im Herbst 2021. Beim Einsatz durch Privatpersonen soll das Verbot laut Hendricks deutlich schneller kommen. Das solle noch in diesem Jahr untersagt werden, kündigte die Ministerin an. Allerdings seien Ausnahmen von dem Verbot möglich.

Bei den Sondierungen hatten sich Hendricks und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bereits auf einen "schnellstmöglichen" Ausstieg verständigt, den Zeitrahmen aber offengelassen. Das Pflanzengift hatte Gespräche über eine neue große Koalition belastet, weil Schmidt in Brüssel Ende 2017 gegen den Willen von Hendricks einer Neuzulassung für Glyphosat in der EU für weitere fünf Jahre zugestimmt hat. National sind nun jedoch Einschränkungen für den Stoff möglich. Schmidt sagte zum Zeitplan, der Ausstieg in der Landwirtschaft solle im Rahmen einer Ackerbaustrategie ablaufen. Man könne den Einsatz von Glyphosat nicht beenden, wenn es keine Alternative gebe. Dass es bei den Sondierungen überhaupt zu einer Festlegung auf den Ausstieg kam, verbucht Hendricks als eigenen Sieg. "Ich hatte irgendwo gelesen, die Passage zu Glyphosat sei ein Sieg für Hendricks. Da will ich auch nicht widersprechen", sagte die Umweltministerin.

Glyphosat wird für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich gemacht und steht zudem im Verdacht, Krebs zu erzeugen.